08.04.2021 06:48 |

Am Weg zum Hafen

Katastrophe gebannt: „Eemslift Hendrika“ gesichert

Die „Eemslift Hendrika“, jener Frachter, der antriebslos und verlassen im Nordmeer umhertrieb, konnte in der Nacht auf Donnerstag gesichert werden. Damit ist eine drohende Ölverschmutzung abgewendet, das Frachtschiff wird nun in den Hafen der norwegischen Stadt Alesund geschleppt.

Bergungsmannschaften sei es in den Nachtstunden gelungen, an Bord der „Eemslift Hendrika“ zu gelangen und das Schiff mit zwei Schleppern zu verbinden, teilte die norwegische Küstenverwaltung mit. Zuvor war angesichts des schlechten Wetters befürchtet worden, das 112 Meter lange Schiff der niederländischen Reederei Amasus Shipping mit 350 Tonnen Schweröl und 50 Tonnen Diesel an Bord könne auf Grund laufen und sensible Naturgebiete in der Gegend verschmutzen.

Das Schiff war auf dem Weg von Bremerhaven nach Kolvereid an der norwegischen Küste gewesen. Es hatte am Ostermontag bei schlechtem Wetter und heftigem Wellengang Schlagseite bekommen und ein Notsignal abgesetzt. Die Besatzung wurde noch am Montag per Hubschrauber von Bord geholt. Am späten Montagabend verlor das Schiff dann seine Antriebskraft.

Noch einen Bergungsversuch gestartet
Ursprünglich hatte die „Eemslift Hendrika“ am Mittwoch aus der Bredouille geholt werden sollen. Wegen schlechten Wetters wurde die Aktion zunächst auf Donnerstag verschoben. Dann jedoch veränderten sich die Bedingungen, man machte sich Sorgen, dass der Frachter nicht auf dem zuvor berechneten Weg dahintreiben könnte, und startete doch noch einen weiteren Bergungsversuch. Zu diesem Zeitpunkt trieb das Schiff rund zehn Seemeilen (18,5 Kilometer) von der Küste entfernt. Laut Küstenverwaltung bedeutete das, dass es im Laufe von rund acht Stunden auf Land driften könnte.

Parallel bereitete man sich auf das schlimmste Szenario vor - und zwar, dass die „Eemslift Hendrika“ auf Grund laufen könnte. Ressourcen zur Bekämpfung von Ölverschmutzungen wurden mobilisiert. In der Region gebe es besonders empfindliche Naturgebiete und man wolle nicht, dass diese der Belastung einer Ölverschmutzung ausgesetzt würden, sagte Bereitschaftsdirektor Hans-Petter Mortensholm.

Bergungsexperten im Einsatz
Im Laufe des Mittwochabends gelang es dann tatsächlich, die Besatzung des niederländischen Bergungsunternehmens Smit Salvage sowie einen Retter von einem Hubschrauber an Bord der „Eemslift Hendrika“ zu bringen. Sie schafften es, die Gefahr zu bannen. Smit Salvage ist eine Tochterfirma des Bergungsunternehmens Boskalis, das sich zuletzt auch um die Bergung der „Ever Given“ im Suezkanal gekümmert hatte.

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