08.04.2021 05:00 |

Es trifft oft Kinder

Verbrühungsgefahr durch Mikrowelle!

Aufgrund von Lockdowns, Homeschooling und anderen Corona-Sicherheitsmaßnahmen verbringen Kinder nun mehr Zeit als früher daheim. Dadurch ist auch die Zahl der Unfälle durch Verbrühung im Steigen begriffen. Mehr als 2000 Sprösslinge mussten bereits in Zeiten vor Corona pro Jahr in Österreich aufgrund von thermischen Verletzungen im Spital behandelt werden. Große Gefahr geht von der Mikrowelle aus. Beim Herausnehmen von erwärmten Suppen oder anderen Flüssigkeiten verletzen sich die Kleinen damit oft Gesicht, Oberkörper und/oder Bauch.

„Mein Kind ist eh noch viel zu klein, um eine Mikrowelle aufzumachen“, wiegen sich vor allem Eltern sehr junger Kinder in Sicherheit. Ein Irrtum! Untersuchungen haben gezeigt, dass manche bereits mit 17 Monaten die Tür einer Mikrowelle öffnen können, wenn sie dafür einen Knopf drücken oder an etwas ziehen müssen. Leider weisen nicht alle Mikrowellentüren eine Kindersicherung auf. Umso älter die Kleinen werden, desto selbstständiger wollen sie sein sowie ihren Eltern in der Küche helfen. Keine Frage, dass Mama und Papa ihren Sohn oder ihre Tochter dabei unterstützen wollen. Beim Erwärmen von Speisen und Getränken ist dennoch höchste Vorsicht geboten! Denn die Mikrowelle befindet sich meist in einer erhöhten Position in der Küche, sodass selbst Volksschüler ihre Arme noch weit nach oben strecken müssen, um sie zu erreichen und ein Häferl oder einen Teller Suppe herunterzuheben. Noch dazu lassen sie sich dabei leicht ablenken. Ebenso ist den Kleinen nicht bewusst, wie warm etwas werden kann.

„Da die Haut von Kindern um einiges dünner und verletzlicher ist als jene von Erwachsenen, sind die Folgen von Verbrühungen oder Verbrennungen meist schwerwiegender. Oft entstehen Narben. Diese sind natürlich besonders schlimm, wenn sie das Gesicht und/oder die Hände betreffen. Aber oft bleiben nicht nur physische, sondern auch psychische Narben zurück“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Lars-Peter Kamolz, Leiter der Klinischen Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie, LKH Graz.

„Trifft eine heiße Flüssigkeit mit 65 Grad eine halbe Sekunde auf die Haut eines Kindes, kann sie bereits Verbrennungen 3. Grades verursachen. Der Inhalt einer Tasse heißen Tees reicht aus, um eine Verbrühung von 30 Prozent der Körperoberfläche eines Kleinkindes zu bedingen“, nennt er erschreckende Zahlen und mahnt Erwachsene zur Vorsicht. Verletzungen in diesem Ausmaß können tödlich enden! Deshalb sollten jüngere Kids keinesfalls unbeaufsichtigt mit der Mikrowelle und anderen Küchengeräten hantieren dürfen. Kommt es dennoch zu einer Verbrühung, ist ärztliche Versorgung dann erforderlich, wenn die thermische Verletzung größer ist als die Handfläche des jeweiligen Sprösslings.

Monika Kotasek-Rissel
Monika Kotasek-Rissel
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