Über „Riffs meditieren“, gemeinsam Bier trinken und „Sachen einfachen entstehen lassen“. Das sind die Kreativprozesse im sonstigen Band-Alltag, die Asphagor-Gitarrist Christoph Knoll in Corona-Zeiten explizit vermisst. In eben jenen Zeiten sei alles „deutlich digitaler“ geworden, erzählt er. Man habe sich dieses Mal, bis auf einige wenige Zusammenkünfte im Proberaum im Sommer, „Riffs, Soli und Songs“ über die Distanz „hin- und hergeschickt“.
Kollektives arbeiten fehlt
Das blieb nicht ohne Folgen. „Die Ideen der einzelnen Mitglieder sind dadurch ausgearbeiteter und ausgereifter“, erklärt Manuel Zanesco, der bei der Band ebenfalls als Gitarrist fungiert. „Ansonsten würde man damit ja gar nicht fertig werden“, sagt er und grinst. Doch auch Zanesco vermisst das bisherige Bandschaffen ein wenig: „Das kollektive Arbeiten an Liedern fehlt schon“. Entstanden sind unter diesen veränderten Arbeitsbedingungen jedoch zahlreiche Songs. „Es sind so viele, dass sie gar nicht auf unser neues Album hinaufpassen“, erklärt dazu Knoll. Wegen der zahlreichen abgesagten Konzerte habe man nämlich die „Zeit in das Songschreiben“ investiert.
2022 erscheint neues Album
Damit einher ging auch eine Selbsterkenntnis. „Wir haben gemerkt, dass wir eigentlich viel mehr selbst machen können als gedacht und dass unsere „rough mixes“ schon sehr gut klingen“, führt Knoll aus. Nur für die professionelle Aufnahme von Vocals und Schlagzeug greife man dieses Mal auf ein Studio zurück. Auch das abschließende Mastering des Anfang 2022 erscheinenden Asphagor-Albums werde einem Profi überlassen, ergänzt er. Für die vorhergehende Studioarbeit wolle man dieses Mal in Tirol bleiben. „Keep it local“, sagt Zanesco diesbezüglich. Wobei die genaue Form des Albums noch zu diskutieren gilt, da sich die Bandmitglieder noch nicht über die Spieldauer im Klaren sind.
Markus Stegmayr, Kronen Zeitung
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