26.03.2021 12:17 |

Beispielloser Einbruch

Zukunft der Hotellerie hängt am seidenen Faden

Das Tal, in das die Corona-Krise den Tourismus gestürzt hat, ist wirklich tief: „Es dauert Jahre, bis die Branche da wieder herauskommt. Sie wird noch länger Hilfe brauchen, und zwar mit einem maßgeschneiderten Tourismuspaket“, skizziert ÖHV-Generalsekretär Markus Gratzer die Lage der Branche. Reiseverkehrsexporte und Wertschöpfung sollen 2021 sogar noch stärker fallen als im Vorjahr. Die Gesamtwirtschaft erhole sich allmählich, der Tourismus komme durch die nur schrittweise Aufhebung von Beschränkungen nur langsam in Schwung.

Als Sorgenkind heben die Wirtschaftsforscher Geschäftsreisen und Städtetourismus hervor, wo sich die Erholung stark verzögert. Dabei, so Gratzer, dürfe nicht vergessen werden, dass auch die Winter-, Ferien- und Thermenhotels den monatelangen Komplettausfall noch nicht verkraften hätten: „Die Entschädigung reicht oft gerade, um die größten Löcher für den Moment zu stopfen. Aber viele Kosten laufen weiter, neue kommen dazu.“ Es brauche Liquidität, „jetzt und nicht erst 5 vor 12 und nicht erst, wenn der Hut brennt“.

Große Verzögerungen gibt es auch bei der Auszahlung von Hilfsgeldern. Bei den Ansprüchen aus dem Epidemiegesetz sind nach zwölf Monaten noch immer so gut wie keine Zahlungen erfolgt.

Unüberlegte Kurzschlussreaktionen
Der Branche muss jetzt eine klare Perspektive für den Restart gegeben werden. „Hotels berichten immer öfter von Versuchen des AMS, ihre Mitarbeiter in andere Branchen zu vermitteln. Das sind unüberlegte Kurzschlussreaktionen: Der Bund erspart sich das Arbeitslosen- oder Kurzarbeitsgeld für ein paar Wochen, im Tourismus fehlen dringend benötigte Mitarbeiter für Monate und Jahre“, so der Branchensprecher.

Appell an Arbeitsminister Kocher
Das lege ganze Betriebe lahm: „Ob das Fach- oder Hilfskräfte sind, ist unerheblich: Hotels brauchen ihre Köche und Reinigungspersonal so, wie ein Orchester Streicher und Bläser benötigt.“ Gratzer appelliert an Arbeitsminister Kocher hier rasch eine klare Vorgabe an das AMS zu geben und Wiedereinstellungszusagen unbürokratisch weiter für die Zeit des Lockdowns zu verlängern.

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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