Künstler Manfred Kielnhofer sorgt mit seinen Figuren, „Wächter der Zeit“ genannt, immer wieder für Schlagzeilen. Um den künstlerischen Wert oder die Aussage hinter den Wächtern ist es dem 46-Jährigen, der nun wegen dauernder Sachentziehung in Linz vor dem Richter stand, aber gar nicht gegangen. Er sei an diesem Tag frustriert gewesen, wegen der Stimmung an seiner Arbeitsstelle, aber auch weil seine Tochter Geburtstag hatte und er nicht bei ihr war. Den Frust wollte er anscheinend mit Alkohol wegspülen. „Mindestens zehn Halbe Bier, wahrscheinlich mehr“, sollen es gewesen sein, bevor er auf die „Wächter der Zeit“ am Urfahraner Donauufer traf.
Ich habe mich erschreckt und bedroht gefühlt.
Der Angeklagte vor Gericht
„Der Betrunkene dachte, wie er sagt, an eine Protestaktion von Querdenkern oder Anarchisten – und beförderte die 80 Kilo schweren Figuren in die Donau. „Ich habe mich erschreckt und bedroht gefühlt.“ Ein Objekt wurde von der Feuerwehr geborgen, eines versank auf Nimmerwiedersehen in den Fluten. Der Verdächtige wurde später bei der Baustelle der Neuen Donaubrücke gefasst.
Streit zwischen Richter und Künstler
Ein längerer Disput zwischen Richter und Künstler Manfred Kielnhofer entspann sich über den Wert der Figuren und den Schaden, der in der Anklage mit 20.000 Euro beziffert wurde. „Ich kann nicht nachvollziehen, dass das Kunstobjekte sind, der Wert ist mir unverständlich“, sagte auch der Angeklagte. Man einigte sich schließlich auf den Materialwert der in Polen gefertigten Polyesterskulpturen. Das Urteil: drei Monate bedingt und 5000 Euro Schadenersatz für den Künstler – nicht rechtskräftig.
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