Die Pandemie trifft viele Salzburger hart. Noch immer sind 41.000 Salzburger in Kurzarbeit. Viele können sich ihre Miete nicht mehr leisten. Daher gibt es seit dem Vorjahr die Möglichkeit von Stundungen – die Miete wird aufgeschoben. Das endet nun: Ab April kommt auf Salzburger mit Mietrückständen eine ordentliche Nachzahlung zu.
Das bringt viele Mieter in akute Zahlungsschwierigkeiten, bemerkt etwa Barbara Descho von der Fachstelle für Wohnungssicherung: „Der Zulauf ist groß. In den meisten Fällen erreichen wir einen Räumungsaufschub oder eine Ratenzahlung. Die Mietrückstände sind aber viel höher geworden.“ Gibt es keine Einigung, droht die Delogierung, also Zwangsräumung. In der Stadt Salzburg gab es im Februar 2021 96 Delogierungsverfahren mit 31 Räumungsbeschlüssen. Im Februar 2019 waren es 14 Beschlüsse. „Das setzt sich im März fort und wird wohl weiter steigen“, so Günter Österer vom Sozialamt Salzburg, der die Betroffenen berät.
Sozialfonds als letzte Rettung gefordert
Auch Herrn Vasic aus Liefering droht die Räumung. Er ist mehrere Tausend Euro im Rückstand. Kann er die Summe nicht bis Freitag begleichen, verlieren er und seine beiden Töchter die Wohnung. „Ich bekam einen Monat Aufschub, die Schulden schleppe ich aber länger mit. Ich weiß nicht mehr weiter“, so Vasic. Mit Unterstützung von KPÖ Plus Gemeinderat Kay-Michael Dankl versucht er die Delogierung abzuwenden. „Ein Solidaritätsfonds wäre die Lösung für solche Betroffene“, so Dankl. Stadträtin Anja Hagenauer (SPÖ) will demnächst einen Entwurf vorlegen.
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