22.03.2021 06:30 |

Keine digitale Lösung

Formular-Unfug als lästige Hürde in Teststationen

Wer einen Corona-Schnelltest in Salzburg absolvieren will, muss weiterhin ein Formular ausfüllen, ausdrucken, unterschreiben und zur Station mitbringen. Offizielle Begründung: Das System mittels Laufzettels ist sicher. Andere Länder gehen da modernere Wege. Wien und Niederösterreich verwenden digitale Lösungen.
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Die Salzburger sind genervt. Vor allem jene, die sich regelmäßig und häufig auf das Coronavirus testen lassen müssen. Denn seit der Einführung des Systems in Salzburg ist für das gesamte Prozedere ein Laufzettel notwendig. Jedes Mal muss ein Formular ausgefüllt, dann ausgedruckt und unterschrieben werden. Dieses wird an der Teststation inklusive Ausweis und E-Card vorgezeigt und muss zum Test mitgenommen werden. Laut dem Roten Kreuz Salzburg ist dies die sicherste Variante und ermöglicht den Testbetrieb auch bei technischen Schwierigkeiten. Das Land hat weitere Argumente für die Papier-Variante: Es gibt Personen, die kein Smartphone besitzen und außerdem dient das Formular als signiertes Bestätigungsdokument, welches unabhängig von Smartphones ist.

Ein Blick auf die Statistik verrät, dass in Österreich in der Gruppe der 16- bis 69-Jährigen 98 Prozent ein Smartphone besitzen.

Technik-unabhängige Variante ist notwendig

Außer Frage steht: Eine Möglichkeit die nicht von der Technik abhängt muss zusätzlich vorhanden sein. Nicht nur, wenn jemand kein Smartphone besitzt, denn auch die Hightech-Geräte können ihren Geist aufgeben, oder der Akku genau zum Testtermin leer sein.

Andere Länder haben dennoch den voll-digitalen Weg gewählt - etwa Wien und Niederösterreich. Nach einer Registrierung laufen die folgenden Schritte automatisch über einen QR-Code ab, wie es in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens funktioniert. Selbst Bankgeschäfte oder Bezahlungen im Supermarkt werden via Handy problemlos im Alltag integriert. Bei Flügen oder im Zug gehört das digitale Ticket schon längst zum Alltagsgeschäft.

Ein weiterer Nachteil des Salzburger Systems ist, dass es keine Möglichkeit für eine einmalige Registrierung gibt und mit seinem persönlichen Account die Daten automatisch geladen werden. So muss das Formular vor jeder Testung erneut ausgefüllt werden. Laut Rotem Kreuz dient dies der Datensicherheit. Zur Erinnerung: Bei den Testanmeldungen im Jänner kam es zu einem Hacker-Angriff, bei dem mehr als 2000 Datensätze abgezogen wurden.

Eine Digitalisierung könnte es in Salzburg in den kommenden Wochen vielleicht dennoch geben. Landeshauptmann Wilfried Haslauer kämpft beim Gesundheitsministerium um eine Anerkennung der Wohnzimmertests. Dafür wäre auf jeden Fall eine QR-Code-Lösung nötig.

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