Die Corona-Pandemie hat die Arbeitswelt stark verändert, Homeoffice wird auch nach dem Ende der Krise nicht mehr wegzudenken sein. Eine aktuelle Umfrage bestätigt, dass sich die Mehrheit der Österreicher und Österreicherinnen eine flexible Gestaltung und ein bis zwei Tage Arbeiten von zu Hause aus wünscht.
Einen Rechtsanspruch auf Homeoffice sieht das erst vor Kurzem fertig gestellte Gesetz nicht vor. Eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts OGM zeigt jedoch, dass Arbeitnehmer und -geber die Erfahrungen des vergangenen Jahres ähnlich einordnen.
Homeoffice hat für mehr als 90% gut funktioniert
Die Corona-Pandemie hat 1,5 Millionen Menschen in Österreich praktisch über Nacht ins Homeoffice wechseln lassen - zwei Drittel von ihnen erstmals in ihrer Karriere. Das scheint viele Firmen wie auch Beschäftigte zu ihrem Glück gezwungen zu haben. Mehr als 90 Prozent geben an, dass das Arbeiten daheim trotz meist kurzfristiger Einführung gut funktioniert hat, Vorteile werden auf beiden Seiten gesehen. Verbesserungsbedarf wird jedoch bei sozialer Interaktion, beim Zusammengehörigkeitsgefühl und bei der Einstellung neuer Mitarbeiter geortet.
„Es gibt eine relativ hohe Übereinstimmung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern bei der Bewertung von Homeoffice“, stellte Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) bei der Vorstellung der Studie fest. Die meisten waren zufrieden damit, wie es funktioniert hat und rund sechs von zehn Befragten sowohl unter den Arbeitnehmern wie auch unter den Arbeitgebern geht davon aus, dass beide Seiten profitiert haben.
Die momentane Situation ist eine Ausnahme, aber generell müssen wir aufpassen, dass Homeoffice nicht zu einer Mehrbelastung für Frauen wird.
Arbeitsminister Martin Kocher
Rund sechs von zehn Arbeitnehmern sehen durch Homeoffice eine Verbesserung bei Freizeit, Haushaltsarbeit und ganz allgemein der Lebensqualität. Nur 15 Prozent sehen demgegenüber in diesen Bereichen Verschlechterungen. Auch auf die Gesundheit werden häufiger positive als negative Auswirkungen wahrgenommen. Selbst bei der Kindererziehung gibt es mehr positive als negative Rückmeldungen.
Unterschiedliche Auffassungen zu Überstunden
Mehr als zwei Drittel wünschen sich Homeoffice auch in Zukunft, am liebsten ein bis zwei Tage pro Woche. Unterschiedliche Auffassungen gibt es bei Überstundenzuschlägen (für die Angestellten würden Aufzeichnungen genügen, es braucht keine Anordnung) und den Kostenersätzen für Geräte (Arbeitnehmer präferieren eine Pauschale).
Tendenziell wollen die Arbeitnehmer aber künftig mehr Homeoffice als die Arbeitgeber, von denen 30 Prozent künftig ganz darauf verzichten würden. 12 Prozent der Arbeitnehmer könnten sich den völligen Umstieg ins Homeoffice vorstellen, während dieses Modell bei den Arbeitgebern durchfällt.
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