09.03.2021 08:15 |

Absturz in Schlucht

Das „Wunder von Telfs“: Tot geglaubte Frau lebt

Tragisch ist die Vorgeschichte, fast skurril sind die Umstände der Rettung in letzter Minute. Am Ende steht jedenfalls das „Wunder von Telfs“. Mit einer Crashbergung gelang es dem Team des Polizeihubschraubers Libelle Tirol, eine rund 35 Meter in eine Schlucht gestürzte, vermeintlich tote Frau zurück ins Leben zu bringen.

Die Einheimische hatte Suizid angekündigt, eine Überdosis Medikamente genommen und sich dann am Donnerstag in eine Schlucht im Gemeindegebiet von Telfs gestürzt. Gegen 16 Uhr startete der Polizeihubschrauber Libelle Tirol Richtung Oberinntal, um die diversen Wanderwege nach der Frau abzusuchen. Einziger Anhaltspunkt: das Auto der Einheimischen, das entdeckt wurde.

„Auf Schlucht konzentriert“
„Ich habe in Seefeld zusätzlich zum Flugretter noch einen Alpinpolizisten mit an Bord genommen und mich auf die Schlucht in der Nähe des Pkw konzentriert“, sagt Libelle-Pilot Hans Schlager. Dort hatte er schon einmal einen Toten gefunden. Die Vermutung lag nahe, dass sich die Gesuchte ebenfalls in dem Bereich befindet.

Und tatsächlich entdeckte die Besatzung nach wenigen Minuten einen leblosen Körper im Bach in der Schlucht. Die Frau war dort 35 Meter hinuntergesprungen.

„Vor dem Hintergrund der Überdosis Medikamente, dem Sturz über die Felsen sowie dem Bild, das sich aus der Luft bot, mussten wir von einer Totbergung ausgehen“, schildert Schlager. Die Flugretter wurden am Tau zum Opfer gebracht und wollten die vermeintlich Tote abtransportieren. „Dann haben sie plötzlich Bauchatmung bemerkt“, sagt Schlager. Die Frau lebte!

Schwer verletzt in Klinik
Um keine Zeit zu verlieren, wurde das Opfer ohne weitere Stabilisierungsmaßnahmen im Bergesack zur Straße geflogen. Dort übernahm der Notarzt die Patientin. Die Rettung brachte sie schwer verletzt in die Klinik. Dort kam sie lebend an.

Nach letzten Informationen hat die Frau die ersten Tage überstanden. Es ist zu hoffen, dass das „Wunder von Telfs“ ein vollständiges bleibt.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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