Wohltätigkeitsfonds

Teure Wohnungsrenovierung: Johnson unter Druck

Ausland
02.03.2021 18:54
Porträt von Harald Dragan
Von Harald Dragan

Wegen der aufwendigen Renovierung seiner Amtswohnung in London ist der britische Premierminister Boris Johnson (56) ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Kritiker zweifeln an den hehren Absichten hinter einem eigens von Johnson geplanten Wohltätigkeitsfonds. Mit diesem, so der Vorwurf, lasse sich der Premier doch nur die teuren Renovierungsarbeiten über den - offensichtlich für die Ansprüche des Premiers und seiner Verlobten zu geringen - Anteil der Steuerzahler hinaus bezahlen.

Wie die „Daily Mail“ am Dienstag berichtete, soll ein Wohltätigkeitsfonds eingerichtet werden, der die Arbeiten an der Amtswohnung bezahlen soll. Demnach wäre das offizielle Ziel des Fonds, das ikonische Ensemble um 10 Downing Street als historischen Ort zu erhalten.

Wohltätigkeitsfonds als alternative Finanzierung
Tatsächlich solle aber die teure Renovierung, die Johnsons Verlobte Carrie Symonds (32) veranlasst habe, finanziert werden, berichtete das Blatt. Johnson soll über die Kosten entsetzt gewesen sein, die demnach weit über dem Anteil der Steuerzahler von rund 30.000 Pfund (rund 34.700 Euro) liegen. Daher suche er nach alternativer Finanzierung.

Johnson verdient als Premierminister 150.000 Pfund (rund 174.000 Euro) im Jahr, zuvor hatte er jedoch als Kolumnist und Autor deutliche höhere Einnahmen. Außerdem soll die Scheidung von seiner Ehefrau Marina Wheeler, mit der er vier Kinder hat, viel Geld gekostet haben.

„In regelmäßigen Abständen Renovierungs- und Wartungsarbeiten“
„Der Downing-Street-Komplex ist ein genutztes Gebäude mit zwei Ministerresidenzen“, teilte eine Regierungssprecherin auf Anfrage mit. Es würden wie unter früheren Regierungen „in regelmäßigen Abständen Renovierungs- und Wartungsarbeiten durchgeführt“. Die Kosten würden öffentlich im Jahresbericht aufgeführt. In den vergangenen Jahren haben Premierminister stets die größere Wohnung in Nummer 11 Downing Street, genutzt, neben dem offiziellen Amtssitz.

Die Zeitung zitierte Mitarbeiter Johnsons, die darauf verwiesen, dass neue US-Präsidenten das Weiße Haus für bis zu 100.000 US-Dollar renovieren dürften.

Quelle: APA

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