28.02.2021 05:49 |

Heute Gemeinderatswahl

Wahl-Umfrage: Kärntner wollen ehrliche Politiker

Ehrlich, transparent und bürgernah - so wünschen sich die Kärntner ihre Politiker. Und sie wollen besser eingebunden werden. Durch Bürgerforen oder auch Umfragen.

Ob bei Klagenfurtern, Villachern, Ober- oder Unterkärntnern: Auf die Frage, was sie sich von Politikern erwarten, kommt eine Antwort wie aus der Pistole geschossen: „Ehrlichkeit!“ Viele Bürger glauben, dass über ihre Köpfe hinweg regiert werde. „Uns fragt man ja nur bei Wahlen. Wir können eigentlich nur unseren Unmut über eine Partei ausdrücken, indem wir eine andere wählen“, meint etwa Josef Ernst, der im Bezirk St. Veit lebt.

„Das ist auch mein Steuergeld!“
Wähler Manuel P. aus Klagenfurt ärgert sich: „Die Parteien befetzen sich gegenseitig, anstatt zu arbeiten. Auf Beschwerden oder Anregungen gibt es von der Stadtpolitik kaum eine Reaktion. Und wenn ich an Unregelmäßigkeiten denke, dann werde ich wütend. Das ist auch mein Steuergeld!“ Franziska aus Wolfsberg ist bereits 76, hat noch nie eine Wahl verpasst: „Ich habe das Gefühl, dass man mehr drauf schaut, dass die Städte modern wirken. Etwa mit Internet und WLAN. Ich hätte aber trotzdem gerne, dass man auch an uns, die ältere Generation, denkt und sich für uns einsetzt.“

Bus-Karten für Senioren
Eine Pensionistin aus Villach schlägt in dieselbe Kerbe: „Wenn ich eine Bus-Seniorenkarte will, muss ich mir das Pickerl in Seebach holen. Kann das nicht von der Stadt zentral abgegeben werden?“ Junge Menschen haben den Eindruck, dass sich Politiker zu wenig in die Lebenssituation der Menschen einfühlen können. „Ich glaube, dass viele gar nicht wissen, wie es den Bürgern wirklich geht“, meint etwa ein Oberkärntner, der in Klagenfurt studiert. „In meiner Heimatgemeinde sehe und höre ich kaum etwas vom Bürgermeister oder von den Gemeinderäten, außer in Aussendungen und Wahlbroschüren. Persönliche Begegnungen gibt es - wenn überhaupt - nur kurz bei Veranstaltungen.“

Wahlen sind ein Privileg
Für Doris M., die am Ossiacher See lebt, sind Wahlen ein Privileg, für das Menschen gekämpft haben und das nicht selbstverständlich ist. „Ich sehe das Bürgermeisteramt als ehrenvoll und mit großer Verantwortung verbunden. Konkret würde ich mich über mehr freie Seezugänge freuen. Auch über die vergünstigte Nutzung der touristischen Infrastruktur für Einheimische. Liftkarten auf die Gerlitzen zum Beispiel.“

Bürger miteinbeziehen
„Es ist die Pflicht der Gemeindepolitiker, die Bürger - so gut es geht - in ihre Entscheidungen mit einzubeziehen“, fordert Kerstin Zenig aus Treffen. Das sehen auch andere junge Kärntner so: „Man sollte mehr Bürgerbeteiligung zulassen. Nur so könnten diejenigen, die bestimmen, auch herausfinden, was für die Lebenssituation der Bürger das Beste ist“, sagt eine dreifache Mutter aus Klagenfurt. In ihrem Stadtteil gäbe es vieles zu verbessern - vor allem beim öffentlichen Verkehr.

Jugend wählt zum ersten Mal
Viele Schüler des Bachmann-Gymnasiums wählen heute zum ersten Mal. „Klagenfurt ist schön, aber auch wie ausgestorben“, sagt Lynn Heinrichs: „Wir brauchen mehr Treffpunkte für die Jugend.“ Schulkollege Felix Verdino: „Ich will auf jeden Fall meine Ansichten vertreten. Ich finde Bürgernähe ist wichtig!“

Sigrid U. aus Klagenfurt möchte, dass die Stadt mehr Bäume und Grünflächen bekommt: „Jeder Sommer wird heißer und das würde erfahrungsgemäß Abkühlung bringen. Andere Städten haben uns hier einiges voraus.“

Serina Babka
Serina Babka
Clara Milena Steiner
Clara Milena Steiner
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