„Immer, wenn er in meine Nähe gekommen ist, hat er gehustet und geniest.“ Aus den Worten der Zeugin in Linz spricht nicht Fürsorge, sondern Angst. Der Ex-Gatte ist nämlich angeklagt, sie absichtlich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, um sie aus dem Haus zu treiben. Der Mühlviertler bestreitet das mit Vehemenz.
Eine jahrelanges Ehe- und Scheidungsdrama im Mühlviertel wird vor der Linzer Richterin Petra Oberhuber ausgerollt. Seit 2007 hing der „Ehesegen“ schief, seit Oktober 2020 war das Paar geschieden, wohnte aber noch im gemeinsamen Haus. Die Richterin interessiert sich aber nur für den (Tat-)Zeitraum von 2. bis 14. November. Der 65-Jährige soll, obwohl Corona-positiv, seine Ex-Frau (71) in diesen Tagen mehrmals und absichtlich angehustet und ihr Badetuch verwendet haben. Um sie aus dem Haus zu treiben, soll er sie auch gegen eine Wand gedrückt und bedroht haben.
Der Pensionist leugnet alles
Er habe erst am 5. November erfahren, dass er Corona-positiv ist. Seine Frau habe daraufhin versucht, ihn aus dem Haus auszusperren. Sogar die Polizei musste anrücken, erzählt er. Eingestehen muss er, dass er während der Quarantäne nicht immer eine Maske getragen hat. Dafür gibt es auch einen Fotobeweis, den die Tochter unter Tränen und mit zitternden Händen vorzeigt.
Vertagt
Für ein Urteil blieben zu viele Fragen offen. Der Prozess wurde vertagt.
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