Geldbuße für Komponist

„Vögel haben meine berufliche Existenz bedroht“

Oberösterreich
16.02.2021 07:00
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich
„Ich habe das nicht aus Spaß gemacht. Meine Existenz war bedroht“, sagt der Angeklagte vor der Linzer Richterin. Er soll 32 Rabenkrähen und Elstern abgeschossen haben. Mit Waffen, die er gar nicht besitzen durfte. 3000 Euro Geldbuße (Diversion) muss er jetzt zahlen, dann bleibt ihm eine Vorstrafe erspart.

Die Anklage lautete Tierquälerei. Aber auch der Komponist fühlte sich gequält. Vom typischen Krächzen der Rabenvögel. Er hatte sich um 2000 Euro in Linz ein Tonstudio eingerichtet. Aber die Vögel hätten ihm den Schlaf geraubt und den letzten Nerv. „Er hat sich sogar einen elektronischen Uhu gebaut, um sie zu verscheuchen“, sagt sein Verteidiger. Doch geholfen hat es nicht. Jäger hätten ihm dann geraten: „Dann schieß sie doch einfach ab.“

Musiker dachte schon an Übersiedlung
Was der sensible Musiker auch tat. Zwischen 2015 und Dezember 2020 soll er 32 Vögel mit einem Luftdruckgewehr mit Schalldämpfer abgeballert haben. „Die einzige Alternative wäre gewesen wegzuziehen.“ Beim Prozess zeigte er sich geständig, die Waffen wollte er nicht wiederhaben. Mit dem Bußgeld war er einverstanden. „Wenn Sie das nächste Mal einen Vogel abschießen, dann schaut es anders aus“, gab ihm die Richterin mit auf den Weg.

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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