06.02.2021 08:00 |

„Falsches Signal“

Ärzte können sich Serum nicht aussuchen

Einige Salzburger Ärzte wollen nicht den Impfstoff von AstraZeneca, wie es in der neuen Strategie vorgesehen ist. Die Reaktion: Unverständnis. Schließlich sei das neu zugelassene Serum sehr gut. Die Mittel von Biontech und Moderna werden für über 80-Jährige verwendet. Die Gruppe kommt damit früher an die Reihe.

Der neu zugelassene Impfstoff von AstraZeneca wird nur für Personen unter 65 Jahren verwendet. Daher wurde die Strategie geändert. Die niedergelassenen Ärzte und deren Personal bekommen das neue Serum, ältere Personen jenes von Biontech, das ursprünglich für die Mediziner vorgesehen war. Das sorgte bei einem Teil der Salzburger Ärzte, es sind ungefähr 50 der mehr als 2000, für Unmut. Diese wollen weiterhin das Produkt von Biontech. „Es gibt keine Möglichkeit sich den Impfstoff auszusuchen“, stellt Gesundheitsreferent Christian Stöckl klar. Die Leitlinie des nationalen Impfplan sei verbindlich. Er fügt hinzu: „Es ist auch das falsche Signal an die Bevölkerung.“ Wie eine Studie belegt ist das Produkt wesentlich besser als zuerst angenommen und schützt zu 82 Prozent. Kein Verständnis für die Forderung mancher Kollegen nach einem anderen Serum hat auch Ärztekammer-Präsident Karl Forstner: „Es kann nicht sein, dass deswegen Pensionisten und Risikopatienten hintangestellt werden.“ Alle drei Seren schützen erheblich vor schweren Krankheitsverläufen. Den Unmut der Ärzte kann er dennoch verstehen. Zu viel ist seit dem Beginn der Pandemie bereits passiert. „Angefangen von nicht gelieferter Schutzausrüstung bis hin zu Verordnungen, die eine kürzere Lebensdauer als eine Eintagsfliege haben“, so Forstner.

Ärger über nicht berechtigte Impfungen
Der Beginn der Impfaktion ist für ihn mit Anarchie zu vergleichen. Und was ihn besonders ärgert: „All diejenigen, die bereits geimpft wurden und nicht annähernd die Bedingungen wie noch ungeimpfte Ärzte und Pflegekräfte erfüllen.“

Ab 15. Februar soll es mit den so wichtigen Nadelstichen für die Ärzteschaft inklusive Personal, Mitarbeiter der Apotheken und Sanitätern losgehen. 6000 werden es innerhalb von zwei Wochen sein.

Felix Roittner
Felix Roittner
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