Waidhofen an der Thaya

Stadtchefin konnte alle Stimmen auf sich vereinen

Nachdem am Vortag der Gemeinderat von Waidhofen an der Thaya Eunike Grahofer einstimmig zur neuen VP-Bürgermeisterin gewählt hatte, folgte am Tag darauf die Angelobung durch Bezirkshauptmann Günter Stöger, der ihr auch symbolisch die traditionelle Bürgermeisterkette der Stadt Waidhofen anlegte.

Bezirkshauptmann Günter Stöger wies die neue Bürgermeisterin bei ihrer Angelobung auch auf ihre Pflicht hin, auch unpopuläre Entscheidungen aufgrund geltenden Rechts treffen zu müssen. Grahofer freute sich vor allem über das Wahlergebnis, denn bisher gab es tiefe Grabenkämpfe mit der FP, auch mit der SP war man sich öfters uneins. In ihrer Antrittsrede in der Gemeinderatsitzung betonte Eunike Grahofer besonders die Gemeinsamkeit, die das „Wertvollste für unsere Zukunft“ sei. „Ich möchte Ideen und Visionen in einem gesunden Miteinander anpacken. Meine Hand zur Zusammenarbeit ist ausgestreckt“, sagte die Stadtchefin, die 28 von 28 Stimmen (ein Gemeinderat war in Quarantäne) erhielt.

Von den Fraktionssprechern der poltischen Mitbewerber gab es durch die Bank Gratulationen, die Chance auf eine Ära in Waidhofen wurde hervorgehoben. Zur Krone meinte Koalitionspartner und Vizebürgermeister Martin Litschauer von den Grünen, dass es eine herausfordernde Zeit wäre: „Viele Aufgaben kommen auf uns zu und ich wünsche mir, dass wir diese gut gemeinsam meistern können.“ FP-Stadtrat Gottfried Waldhäusl, mit dem die VP Waidhofen und auch ihr Koalitionspartner immer wieder heftige Auseinandersetzungen hatten, erklärt der Krone, warum er Grahofers Wahl mitgetragen habe: „Bereits im Vorfeld fanden konstruktive Gespräche mit ihr statt, wo in einigen wichtigen Punkten eine mündliche Übereinkunft getroffen wurde.“ Vielleicht könne es für den einen oder anderen verlockend sein, eine politisch unerfahrene Quereinsteigerin aufs Glatteis zu führen. „Dies wäre definitiv nicht im Sinne unserer Gemeindebürger und dem Fortkommen wichtiger Projekte, wie der „Heimatsleitn“ oder der neuen Verabschiedungshalle. Da sind wir uns einig.“ SP-Urgestein und Gemienderat Franz Pfabigan stößt in ein ähnliches Horn: „Wir sehen eine Chance für einen Neustart in der politischen Landschaft. Wie die Vorgespräche gezeigt haben, möchte die neugewählte Bürgermeisterin alle im Gemeinderat vertretenen Parteien einbinden. Das ist für die Stadtentwicklung von großer Wichtigkeit.“

In der Gemeinderatssitzung wurden auch weitere Personalentscheidungen getroffen. Zum neuen Stadtrat wurde Markus Loydolt gewählt, der seit dem Vorjahr im Gemeinderat sitzt. Er übernimmt die bisherigen Agenden der neuen Bürgermeisterin Gesundheit, Soziales, Essen auf Rädern, Schulen, Kindergärten und Erwachsenenbildung. Nachdem Altbürgermeister Robert Altschach aus gesundheitlichen Gründen auch aus dem Gemeinderat ausschied, rückte für die VP Johannes Stumvoll als Mandatar nach. Er wurde in der Sitzung angelobt.

Positives Echo erhielt die Neo-Bürgermeisterin aber auch von den Rathausmitarbeitern. Gerade in Waidhofen dürfte die Stimmung bei den Rathausmitarbeitern im Keller sein. Ein fünfseitiger Brief als Hilfeschrei der führenden Stadtamtsmitarbeiter, der im Dezember an die Öffentlichkeit kam, brachte das schlechte Klima zwischen Politik und Verwaltung zum Ausdruck. Ganz andere Töne herrschten dann bei der Gemeinderatssitzung vor, als Stadtamtsdirektor Rudolf Polt der neuen Bürgermeisterin mit einem Blumenstrauß gratulierte - zum Amtsantritt gab es 23 orangene Rosen. Für jeden Be-diensteten im Rathaus eine Blume. Zudem kam das gesamte Rathausteam nach dem Besuch der Waidhofner COVID-Teststraße zur Sitzung und symbolisierte so Unterstützung für die neue Bürgermeisterin.

René Denk, Kronen Zeitung

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