VP will Führungsrolle:

St. Pöltner Opposition in vereinter Jubelpose

Das sieht man im Rathaus der Landeshauptstadt selten: die Spitzenkandidaten von drei Parteien beim Freudentänzchen vereint. VP, Grüne und Neos sind die Sieger der Gemeinderatswahl. Alle drei wollen gemeinsam einen Gegenpol zur roten Übermacht bilden. Wobei die VP die oppositionelle Führungsrolle beansprucht.

Zwar nicht von null auf hundert ist Christina Engel-Unterberger in die St. Pöltner Kommunalpolitik gestartet, aber immerhin von null auf knapp mehr als acht (Prozent). Die Newcomerin der Grünen erreichte damit nach der De-facto-Auflösung der Öko-Fraktion aus dem Stand das beste Ergebnis, das die Partei in der Stadt je einfuhr. „Das ist nicht nur ein riesiger Erfolg, sondern auch ein klarer Auftrag“, sagt sie einen Tag später.

Themen wie „Klimaschutz, Mobilitätswende sowie qualitätsvoller Wohnbau“ wolle sie daher in den kommenden fünf Jahren im Rathaus „mit aller Kraft vorantreiben“. Engel-Unterberger signalisierte auch die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit allen Parteien, diese Woche will sie in den grünen Gremien die weitere Vorgangsweise beraten.

Mit der politischen Unschuld eines Quereinsteigers glaubt Niko Formanek „an die Macht der guten Ideen“. Realitätsnaher ist da schon das Bestreben des Neos-Frontmanns, die Oppositionsarbeit über Parteigrenzen hinaus zu koordinieren. Er will in Zukunft aber auch „auf Koalitionen außerhalb des Gemeinderates“ - also Bürgerbeteiligung - setzen.

Geballte Kraft bei einzelnen Themen
Sowohl mit politischen Siegen, als auch mit Niederlagen hat Matthias Adl als einziger im erfolgreichen Trio vom Sonntag schon Erfahrung. Immerhin hat er bereits die dritte Gemeinderatswahl als Spitzenkandidat geschlagen. Entsprechend „professionell“ die erste Reaktion auf die „Krone“-Fragen am Tag danach: „Wir werden diese Woche vorerst das Ergebnis genau analysieren.“ Doch dann wird der VP-Vizebürgermeister doch konkreter.

Ebenfalls noch diese Woche soll bereits ein erstes Treffen mit den zwei anderen Siegern erfolgen: „Zum Kennenlernen werden wir uns zusammensetzen.“ Wobei Adl aber die verteilten Rollen gleich absteckt: „Die beiden werden Opposition erst lernen müssen.“ Bei einzelnen Themen könne er sich dann durchaus ein gemeinsames Vorgehen „mit geballter Kraft“ vorstellen. Klar ist für Adl dabei allerdings: „Als größte Oppositionspartei übernehmen wird die Führungsrolle.“

Christoph Weisgram, Nikolaus Frings und Thomas Werth, Kronen Zeitung

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