Schwere Vorwürfe

Vater soll seinen Sohn (7) zu Oralsex gezwungen haben

Burgenland
19.11.2010 15:04
Weil er vor elf Jahren seinen damals siebenjährigen Sohn sexuell missbraucht haben soll, ist am Freitag ein Burgenländer in Eisenstadt vor Gericht gestanden. Dem mittlerweile 52-Jährgen wird vorgeworfen, den Buben im Jahr 1999 im Kinderzimmer unter Gewaltanwendung zu Oralsex gezwungen zu haben. Der 52-Jährige bekannte sich nicht schuldig, der Prozess wurde zur Einholung eines psychiatrischen Gutachtens vertagt.

Der Arbeiter und seine Frau hatten 1980 geheiratet. 1992 kam der Sohn zur Welt. Die Eltern betrieben danach gemeinsam einen Heurigen. Eines Abends, am 22. Mai 1999, war der Bub zu Hause. Da sei der Vater alkoholisiert zu ihm ins Zimmer getorkelt und habe zu ihm gesagt: "Das, was ich jetzt mache, darfst du keinem sagen, sonst musst du leider dran glauben", erzählte der heute 18-Jährige bei seiner per Videoaufzeichnung durchgeführten Befragung. Warum er das Datum noch so genau wisse, beantwortete der Jugendliche mit: "Das hat sich in meinem Gehirn eingebrannt."

Der Vater habe an jenem Abend begonnen, ihn im Intimbereich zu berühren. Als er sich wehren wollte, sei er gegen die Matratze gedrückt worden. Der Vater habe ihm mit der Hand den Mund zugehalten. Nachdem er sich an seinem Kind vergangen hatte, soll ihm der Mann nochmals eingeschärft haben, nichts der Mutter zu sagen.

Bursch: "Ich habe mich so geschämt"
Die Frau erfuhr von ihrem Sohn laut Anklage erst im Frühjahr 2010 von dem Vorfall. "Ich konnte früher darüber nichts sagen, weil ich mich so geschämt habe", sagte der von einem einstigen Mitschüler als schüchtern beschriebene 18-Jährige bei seiner Befragung. Der Jugendliche, der sgoar einen Selbstmordversuch verübt hat, sei bei der ersten Begegnung sehr depressiv gewesen, schilderte eine von ihrer Schweigepflicht entbundene Ärztin. Sie habe bei ihrem Patienten "eine klassische posttraumatische Belastungsstörung" festgestellt. Er habe auch Medikamente gegen das Hören von Stimmen und gegen "Flashbacks" bekommen. Während eines Klinikaufenthaltes sei ein Verdacht auf eine gemischte Persönlichkeitsstörung diagnostiziert worden.

Vater streitet alles ab
Der 52-Jährige bestritt sämtliche Vorwürfe. Sein Sohn habe vielmehr "die Scheidung seiner Eltern 2004 nicht verkraftet. Daraus resultieren massive psychische Probleme", argumentierte der Verteidiger des Burgenländers. Der 18-Jährige leide nach einem medizinischen Gutachten "zumindest an akustischen Halluzinationen". Die von seiner Frau beantragte Scheidung sei für ihn "ganz überraschend gekommen", schilderte der Angeklagte. Seine Ex-Frau sah das anders und berichtete von mehrfachem übermäßigem Alkoholkonsum ihres Mannes in der Ehe. Auf die Frage des Vorsitzenden, was wohl in seinem Sohn vorgehe, dass er zu derartigen Behauptungen kommt, antwortete der Burgenländer: "Ich weiß es nicht." 

Der Prozess wurde zur Einholung eines psychiatrischen Gutachtens vertagt. Dieses soll klären, ob bei dem 18-Jährigen Umstände vorliegen, die zu einer Falschbelastung geführt haben könnten. Außerdem will der Vorsitzende des Schöffensenats, Richter Wolfgang Rauter, die Frage klären lassen, ob durch die Tathandlung auch eine schwere Körperverletzung ausgeübt wurde.

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