Am Donnerstag gegen 22.45 Uhr wurde der Ford Transit mit italienischem Kennzeichen bei der Kontrollstelle Radfeld herausgefischt. Als die Beamten die "Ladung" kontrollierten und die Hecktüre öffneten, trauten sie ihren Augen nicht. Elf Männer, vier Frauen – darunter eine Schwangere – und drei Kinder (3, 5, und 12 Jahre alt) blickten ihnen verstört entgegen.
Die 18 Afghanen, alle ohne gültige Papiere unterwegs, saßen auf der kalten Ladefläche – zusammengepfercht und eingeschüchtert. Nur einer war "privilegiert": Er hatte neben dem Lenker in der warmen Fahrerkabine Platz nehmen dürfen. Die aufgegriffenen Illegalen, für die diese Fahrt mit ihren unmenschlichen Strapazen eine Reise in einer bessere Zukunft sein sollte, wurden von den Beamten in die Anhaltestelle nach Plon gebracht. Dort wurden sie etwa von Mitternacht an vom Roten Kreuz versorgt und bekocht. Auch Kleider wurden ihnen zur Verfügung gestellt.
Lenker "überrascht"
Der Lenker, ein 38-jähriger Inder, gab sich den ermittelnden Beamten gegenüber äußerst wortkarg. Allerdings wollte er ihnen klar machen, dass er von der "Ladung" gar nichts gewusst habe. Er hätte irgendetwas nach Deutschland bringen sollen, und sei selbst überrascht gewesen, dass er Menschen transportierte. Die Polizei glaubte ihm natürlich kein Wort und nahm ihn fest. Die Fahrt dürfte vermutlich in Mailand ihren Ausgang genommen haben, Ziel sollte wohl Deutschland oder der skandinawische Raum sein.
Am Freitagnachmittag wurden die 19 aufgegriffenen Personen den italienischen Behörden übergeben. Damit dürfte ihre traurige Odyssee aber wohl noch nicht zu Ende sein…
von Stefan Ruef, Tiroler Krone
Symbolbild
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