Hypo-Desaster

liste fritz, Grüne und FP fordern Prüfung durch Rechnungshof

Tirol
19.11.2010 16:38
Der Aufsichtsratschef der landeseigenen Hypo Tirol Bank, LA Wilfried Stauder (VP), hält trotz des diesjährigen Wertberichtigungsbedarfs von 73 Millionen Euro "aus derzeitiger Sicht" die Aufnahme von frischem Kapital oder den Verkauf von Immobilien für nicht notwendig. Dies sagte er am Freitag nach einem Informationsgespräch mit den Landtagsparteien. Von den Oppositionsparteien kam unterdessen die Forderung nach Prüfung der Bank durch den Bundesrechnungshof.

Ein schneller Immobilienverkauf wäre außerdem heuer gar nicht mehr möglich, sagte Stauder, und nach derzeitigem Wissenstand nicht nötig. Er habe versucht, bei dem über zwei Stunden dauernden Gespräch "ganz offen zu informieren". Stauder bestätigte, dass etwa 50 der mehr als 700 Arbeitsplätze in der Hypo nicht mehr nachbesetzt würden. Es müsse eine Kostenanpassung geben, "wie in jedem anderen Unternehmen auch".

liste fritz, FP und Grüne für RH-Prüfung
Der Klubobmann der liste fritz, Bernhard Ernst, sagte nach der Sitzung, seit 2006 seien eine Reihe von Managementfehlern passiert. Dass nach der Wertberichtigung von 70 Millionen Euro (2009) nun weitere 73 Millionen notwendig seien, spreche für sich. Eine neuerliche Wertberichtigung in dieser Größenordnung würde die Bank in eine "kritische" Situation bringen. Ernst verlangte eine Prüfung durch den Bundesrechnungshof. Landeshauptmann Günther Platter habe die Unwahrheit gesagt, dass das Unternehmen 2009 geprüft und als "bestens aufgestellt" bezeichnet worden sei. Für ihn sei "unvorstellbar", dass der alte Vorstand alle Entscheidungen ohne das Wissen der zuständigen Gremien vorbeimanövriert habe.

Hart ins Gericht mit der Hypo ging auch FP-Chef, Gerald Hauser. Auch er verlangte die Einschaltung des Bundesrechnungshofes. Grünen-Abgeordnete Gebi Mair forderte neuerlich die Verkleinerung des Vorstandes auf zwei Mitglieder. Die Prüfung durch den Bundesrechnungshof sei positiv, die Hypo stehe dort ohnedies bereits auf der Liste der nächsten Vorhaben. Dabei werde das Unternehmen gratis durchleuchtet, eine wichtige Voraussetzung für den künftigen Weg, meinte Mair.

Zwei Vorstände mussten gehen
Bei der Hypo hatten diese Woche auch die beiden nach der Umbildung 2009 verbliebenen Vorstände zurücktreten müssen (siehe Bericht in der Infobox). Auslöser war das Bekanntwerden weiterer Wertberichtigungen in einer Größenordnung von 73 Millionen Euro. Der für heuer angekündigte Gewinn von zwei Millionen Euro soll durch den Verkauf von Wertpapieren möglich werden.

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