Längenfelds Bürgermeister Richard Grüner zeigte sich beim „Krone“-Interview am Dienstag fassungslos und schockiert - auch weil er in unmittelbarer Nähe der Familie wohnt. Es ist nicht das erste Mal, dass er in seiner ersten Amtszeit mit einer Tragödie konfrontiert ist.
Sie sind im Weiler Burgstein wohnhaft - genau wie die Familie. Daher dürften sie sich untereinander gut kennen.
Das stimmt. Ich kenne die Familie sehr gut. Wir haben uns fast täglich gesehen, uns gegenseitig begrüßt. Auch die Familie vom mutmaßlichen Täter und jene von seiner Frau kenne ich sehr gut. Daher ist das, was nun passiert ist, für mich einfach noch unbeschreiblicher und schlichtweg kaum greifbar.
Gab es Anzeichen, die auf diese schreckliche Tat hingewiesen haben?
Nein, die gab es nicht. Es handelt sich um eine freundliche, fleißige Familie. Um unauffällige und traditionelle Gemeindebürger, die sich vor nicht allzu langer Zeit ein Eigenheim geschaffen haben. Beide Elternteile stehen im Berufsleben. Stefans Dienstgeber ist eine Tischlerei, seine Ehefrau hat zeitweise wieder gearbeitet.
War die Familie gut in der Gemeinde integriert?
Stefan war Mitglied bei der Rettung, hat dort Dienste versehen. Ansonsten ist weder er noch seine Frau ein aktives Vereinsmitglied, jedoch waren sie zumindest bisher bei jedem Fest immer mit dabei.
Kann man sich als Bürgermeister auf so einen tragischen Vorfall vorbereiten?
Nein. Bereits vor zwei Jahren war ich als Bürgermeister mit einer tragischen Situation konfrontiert, als ein Ehepaar bei einem Steinschlag ums Leben gekommen ist. Doch wir leben im Gebirge und wissen somit, dass hier von jetzt auf gleich etwas passieren kann. Aber mit einer derartigen Tragödie, wie sie nun passiert ist, rechnet man wirklich nie. Warum muss es heutzutage überhaupt so weit kommen?
Wie meinen Sie das?
Wenn man sich in einer ausweglosen Situation befindet, gibt es viele Hilfsangebote, die einfach zu finden sind. Umso schwieriger ist es zu verstehen, warum sich diese Tragödie zugetragen hat. Ich möchte den Familien meine tiefste Anteilnahme und Verbundenheit aussprechen. Die Gemeinde wird beide Familien unterstützen. Gemeinsam werden wir das schaffen und es wird auch wieder Lichtblicke geben.
Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person sich in einer psychischen Ausnahmesituation befinden, oder von Suizid-Gedanken betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefon-Seelsorge unter der Telefonnummer 142. Weitere Krisentelefone und Notrufnummern finden Sie HIER.
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