Feuer gelegt?

F: Sieben Tote bei Brand in Ausländer-Wohnheim

Ausland
14.11.2010 15:00
Mindestens sieben Menschen sind bei einem Brand in einem Ausländerwohnheim in Frankreich umgekommen. Elf weitere wurden schwer verletzt, darunter vier Kinder. 130 Menschen erlitten leichte Verletzungen. Der Brand in der Stadt Dijon war in der Nacht zum Sonntag in einem Mülleimer ausgebrochen. Die Flammen griffen schnell auf das neunstöckige Hochhaus über. Die Behörden rätseln, ob es sich um Brandstiftung oder einen Unfall gehandelt hat.

"Die Feuerwehr wurde gerufen, weil ein Mülleimer auf einem öffentlichen Weg brannte", sagte Jean-Louis Marc von der CODIS-Rettungsleitstelle vor Journalisten. Was die Feuerwehrleute dann zehn Minuten später sahen, löste umgehend einen Großalarm aus: Die gesamte Fassade des Wohnheims für ausländische Arbeiter stand in Flammen. Dichter Rauch quoll aus den Fenstern, aus denen sich Bewohner verzweifelt zu retten versuchten.

Der Qualm erschwerte eine schnelle Evakuation. Obwohl knapp 100 Feuerwehrmänner im Einsatz waren, kam für sieben Menschen jede Hilfe zu spät. Die meisten der Leichtverletzten erlitten Rauchvergiftungen, betonte CODIS-Offizier Jean-Louis Marc. Nach seinen Angaben mussten auch drei Feuerwehrleute an Ort und Stelle medizinisch versorgt werden.

Behörden richten in Sporthalle Notquartier ein
Sechs der Opfer - alles Männer im Alter zwischen 40 und 60 Jahren - erstickten, ein Siebenter fand beim Sturz aus dem Fenster den Tod. Bei den Toten handelt es sich um drei Franzosen, zwei Senegalesen, einen Algerier und einen Vietnamesen. 141 der 190 Bewohner waren zum Zeitpunkt des Brandes in dem Gebäude, das nun unbewohnbar ist. Die Behörden richteten in einer Sporthalle ein Notquartier für die Bewohner des Hochhauses ein und brachten Verletzte mit Hubschraubern in Spezialkliniken.

Ursache des Brandes noch unbekannt
Das Feuer war gegen 1.30 Uhr in dem Mülleimer ausgebrochen. Ursache: noch unbekannt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, ob der Brand vorsätzlich gelegt wurde oder ob es ein Unfall war. Anders als bei vielen früheren Bränden in französischen Ausländerheimen war das Gebäude keine heruntergekommene Billig-Unterkunft, sondern ein moderner Hochhaus-Bau. Die Flammen züngelten mit hoher Geschwindigkeit an der Isolierung der Fassade empor. Bei schlimmen Brandkatastrophen kamen im August 2005 in einem von afrikanischen Einwanderern bewohnten Haus im Pariser Südosten 17 Menschen ums Leben. Im April des gleichen Jahres starben 24 Menschen in einem Feuer in einer Unterkunft im Zentrum von Paris, in der hauptsächlich Asylbewerber lebten.

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