27.12.2020 06:30 |

Spendenrekord erwartet

„Gutes tun“ bringt immer Vorteile

Die Spendenfreudigkeit der Österreicher wird wohl auch 2020 ein Rekordniveau erreichen - trotz Corona. Wie man Gutes tun kann und gleichzeitig von Steuervorteilen profitiert:

Alle Jahre wieder stellen die Österreicher einen neuen Spendenrekord auf. Im vergangenen Jahr wurden hierzulande rund 725 Millionen Euro gespendet. Und auch für das aktuelle Krisenjahr erwartet der "Fundraising Verband Austria" mit rund 750 Millionen Euro einen neuerlichen Rekordwert. "In der Krise hat die Bevölkerung nicht nur große Disziplin bewiesen, sondern auch neue Maßstäbe in Sachen Solidarität gesetzt. Diese Entwicklung zeigt sich einerseits in der stark gestiegenen Bereitschaft, sich freiwillig zu engagieren. Anderseits hat aber auch die Spendenfreudigkeit zugenommen", sagt Günther Lutschinger, Geschäftsführer des Dachverbands der heimischen Spendenorganisationen. Zum Glück, denn aufgrund von Corona konnten Non-Profit-Organisationen (NPO) nur sehr eingeschränkt Charity-Events und Bargeldsammlungen durchführen, was zu starken Einbußen führte.

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In der Krise hat die Bevölkerung nicht nur große Disziplin bewiesen, sondern auch neue Maßstäbe in Sachen Solidarität gesetzt.

Günther Lutschinger, Geschäftsführer des Dachverbands der heimischen Spendenorganisationen

Dabei sind die gemeinnützigen Organisationen gerade aufgrund der Pandemie so gefragt wie selten zuvor. Der Spagat zwischen sinkenden Einnahmen und steigender Nachfrage ist selbst für eine so breit aufgestellte Institution wie die Caritas eine Herausforderung, die nicht ohne Kollateralschäden zu bewältigen ist: So musste die Hilfsorganisation etwa zahlreiche Kochgruppen für Obdachlose und Lebensmittelausgaben für arme Menschen einstellen, um den gestiegenen Bedarf an psychologischer Betreuung, Sozialberatung und im Pflegebereich abdecken zu können.

Nicht alle Spenden sind steuerlich absetzbar

Umso wichtiger ist es also, dass jene helfen, denen es gut geht. Das entlastet das Gewissen und ist auch finanziell reizvoll, schließlich sind Spenden seit 2013 steuerlich absetzbar. Allerdings gilt es hierbei einige Punkte zu beachten:

  • So können pro Jahr nur bis zu zehn Prozent des Einkommens bzw. des unternehmerischen Gewinns geltend gemacht werden. „Das bedeutet, dass sich durch die Spende die Steuerbemessungsgrundlage und somit die Steuerbelastung reduziert“, erläutert Jürgen Reiner, Präsident der Vorarlberger Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Wie viel man vom Finanzamt zurückbekommt, hängt übrigens von der jeweiligen Steuerklasse ab - die Bandbreite liegt zwischen 20 und 55 Prozent.
  • Für die steuerliche Absetzbarkeit muss es sich zudem um einen spendenbegünstigten Empfänger handeln. Tipp: Auf der Website des Finanzministeriums ist die Liste der spendenbegünstigten Einrichtungen abrufbar. „Um anerkannt zu werden, muss eine Organisation unter anderem begünstigte Zwecke verfolgen oder für die Erfüllung solcher Zwecke Spenden sammeln und weitergeben. Die Prüfung erfolgt jährlich durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer“, erklärt Reiner.
  • Privatpersonen, die ihre Spende steuerlich geltend machen wollen, müssen der jeweiligen Organisation Vor- und Zuname sowie das Geburtsdatum bekannt geben. Die Meldung an das zuständige Finanzamt übernimmt die unterstützte Organisation - selbstverständlich verschlüsselt und somit datenschutzkonform.
  • Unternehmen benötigen für den Nachweis der Spendenzahlung von der Non-Profit-Organisation entweder eine Bestätigung über die Zahlung oder den entsprechenden Überweisungsbeleg. Ein-Personen-Unternehmen können Spenden wahlweise als Betriebsausgabe oder als Sonderausgabe aus dem Privatvermögen geltend machen.

Hören Sie in jedem Fall auf Ihr Herz

Doch gleich ob bei Privatpersonen oder Unternehmen - für jede Spende gilt: Hören Sie bei der Wahl der zu unterstützenden Organisation auf Ihr Herz. Ziele und Werte sollten mit den eigenen bzw. der Firmenphilosophie übereinstimmen. Achten Sie zudem auf das österreichische Spendengütesiegel, das für Sicherheit und Transparenz steht und aktuell von 274 NPO geführt wird, was einem Spendenvolumen von rund 450 Millionen Euro entspricht. Drei von fünf gespendeten Euros werden also nach strengen Kriterien kontrolliert.

Christiane Mähr

 Vorarlberg-Krone
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