"Apa Kabar"
Indonesien: Obama besucht das Land seiner Kindheit
Bei einem Treffen mit Staatsoberhaupt Susilo Bambang Yudhoyono (im Bild) sagte der US-Präsident dann, es sei "wunderbar, endlich zurück in Indonesien zu sein". Yudhoyono meinte nach dem Treffen, er habe mit Obama eine engere Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus vereinbart. Schließlich sei der Terrorismus "der Feind aller Länder". Indonesien war in den vergangenen Jahren immer wieder durch islamistische Anschläge erschüttert worden.
Besuch durch Merapi-Ausbruch verkürzt
Obama hatte als Schulbub mit seiner Mutter vier Jahre lang in Indonesien gelebt. Seine Rückkehr in das muslimisch geprägte Land als US-Präsident hatte er dieses Jahr zwei Mal aus innenpolitischen Gründen verschoben. Wegen der Ausbrüche des indonesischen Vulkans Merapi drohte sich der auf 24 Stunden angesetzte Besuch diesmal nun zu verkürzen, wie Obamas Sprecher Robert Gibbs sagte.
Am Mittwoch wollte Obama nichtsdestotrotz eine Rede in Indonesien halten, in deren Mittelpunkt der Ausbau der Demokratie sowie des freien Marktes in dem Land stehen sollte, das bis 1999 von dem Militärmachthaber Suharto beherrscht wurde. Einen weiteren Schwerpunkt sollten die Beziehungen der USA zu den Muslimen bilden. Indonesien ist das bevölkerungsreichste muslimisch geprägte Land, etwa 200 Millionen der 240 Millionen Einwohner bekennen sich zum Islam. Obama hatte bereits in seiner Kairoer Rede im Juni 2009 für einen Neubeginn in den Beziehungen zwischen den USA und der muslimischen Welt geworben.
Fischer kurz zuvor in Jakarta
Wenige Stunden vor Obama war unser Bundespräsident Heinz Fischer zu einem Staatsbesuch in Jakarta eingetroffen. Er wurde am Dienstagvormittag vor dem Präsidentenpalast mit militärischen Ehren empfangen. Fischer und Yudhoyono betonten nach ihrer Unterredung vor der Presse, dass sie die guten bilateralen Beziehungen besonders auf dem Wirtschaftssektor ausbauen wollen. Der Bundespräsident unterstrich die starke Position Österreichs bei Umwelttechnologie, Infrastruktur und Gesundheitswesen. Er lobte auch die Bemühungen Indonesiens zur Förderung von Frieden und Toleranz, während sich Yudhoyono im Kampf gegen den islamistischen Fanatismus gegen Härte "mit unterwünschten Konsequenzen" wandte und betonte, dass Islam und Modernität vereinbar seien.
Fischer wurde von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner, Gesundheitsminister Alois Stöger und Finanz-Staatssekretär Reinhold Lopatka begleitet. Mitterlehner und der indonesische Außenminister Natalegawa unterzeichneten im Beisein der Staatsoberhäupter eine gemeinsame Erklärung der beiden Länder zur verstärkten Zusammenarbeit beim Dialog der Kulturen und Religionen.
Indonesisch-österreichische Handel sei "noch ausbaubar"
Mitterlehner sagte, der indonesisch-österreichische Handel sei "noch ausbaubar". So seien 50 österreichische Unternehmen in dem robust wachsenden südasiatischen Land präsent, aber kein indonesisches Unternehmen in Österreich. Stöger berichtete, dass sich Indonesien für die österreichischen Erfahrungen im Krankenversicherungssystem und im Spitalsbereich interessiere.
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