Schwere Vorwürfe
Weiter Wirbel nach Hauseinsturz im antiken Pompeji
Bondi, der ohnehin schon wegen der starken Ausgabenkürzungen im Kulturbereich im Visier der Opposition steht, sieht sich ohne Schuld und erklärte: "Wenn ich auf irgendeine Weise für den Einsturz in Pompeji verantwortlich wäre, würde ich keine Minute länger warten und zurücktreten." Er kündigte an, über die Situation in Pompeji vor dem Parlament berichten zu wollen, und versprach einen außerordentlichen Plan zur Restaurierung der verfallenen Gebäude im archäologischen Gelände östlich von Neapel.
"Seit 40 Jahren wird nichts unternommen"
In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Klagen gegeben, dass sich die archäologische Stätte in einem Zustand des Verfalls befinde. Bondi hatte in der Vergangenheit mehr staatliche Mittel für die antike Stadt gefordert.
Kritisch über die Lage in Pompeji äußerte sich auch der Generaldirektor des italienischen Kulturministeriums, Mario Resca. "Seit 40 Jahren wird nichts mehr für die Instandhaltung Pompejis unternommen", klagte er.
Bei dem am Samstag eingestürzten Haus handelt es sich um ein etwa 40 Quadratmeter großes Gebäude, in dem Gladiatoren trainierten, bevor sie in einem nahe gelegenen Amphitheater auftraten. Das Haus brach am frühen Morgen zusammen, als sich keine Besucher in der archäologischen Stätte befanden. Die Behörden ließen das gesamte Gelände um das Haus abriegeln. Wasserinfiltrationen sollen für den Einsturz verantwortlich sein, berichteten italienische Medien.
Missmanagement nicht in den Griff zu kriegen
Seit Jahren warnen die Behörden vor die schwierige Situation in Pompeji. Ohne große Fortschritte würden schon seit längerem Teile der antiken Stadt restauriert, viele Bauten seien verfallen. In den vergangenen Monaten seien nur sechs der rund 1.500 Villen geöffnet worden. Die Hälfte der weltbekannten Pompeji-Ausgrabungen sind Touristen nicht zugänglich. Die Regierung hatte vor zwei Jahren einen Sonderkommissar ernannt, der das Missmanagement in den Griff bekommen sollte, doch bisher wurden nur sehr wenige Schritte gesetzt, um das Gelände zu schützen.
Pompeji steht seit 1997 auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Die antike Stadt im süditalienischen Kampanien, die am Golf von Neapel liegt, war 79 nach Christi Geburt beim Ausbruch des Vesuvs komplett von vulkanischer Asche und Bimsstein verschüttet worden. Die Reste Pompejis gehören zu den meistbesuchten Attraktionen Italiens.
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.