06.12.2020 15:01 |

7 Kraftwerke geplant

Umweltallianz kämpft um Schutzgebiet in Osttirol

Seit Monaten kämpfen Umweltschützer, wie berichtet, um die Isel und ihre Zuflüsse. Gleich sieben Kraftwerke sind dort geplant. Nun schlagen WWF-Gewässerschutzexperten Alarm, da ein weiteres Projekt das Ökosystem rund um das Gletscherflusssystem bedroht: Das Kraftwerk Haslach-Kalserbach soll trotz unvollständiger Naturverträglichkeitserklärung gebaut werden.

„Erst wurde das Kraftwerk Lesachbach trotz negativer behördlicher Gutachten mittels politischer Weisung bewilligt, dann folgte nach unzureichender Prüfung die Zustimmung zum Ausbau des Kraftwerks Schwarzach und nun droht am wildfließenden Kalserbach am Fuße des Großglockners die nächste Baustelle“, klagt WWF-Gewässerschutzexpertin Marianne Götsch. 

Sechs weitere Kraftwerke geplant
Neben dem Kraftwerk Haslach-Kalserbach sind sechs weitere Kraftwerke an Isel und Isel-Zuflüssen geplant – und das mitten im Nationalpark. Der Kalserbach sei außerdem einer der wichtigsten Zubringer des Iselsystems.

Ökosystem würde grundlegend verändert werden
Was die Naturschützer besonders ärgert: „Der Kriterienkatalog für den Wasserkraftausbau in Tirol ist hinfällig, wenn er ohnehin von politischen Entscheidungen überstimmt wird!“ Werden alle Kraftwerksprojekte umgesetzt, gibt es auf mehr als 42 Flusskilometern Wasserableitungen.
Das verändere das Ökosystem des Flusses grundlegend. Götsch: „Direkt in der geplanten Ausleitungsstrecke finden sich die europaweit wichtigsten Vorkommen der vom Aussterben bedrohten deutschen Tamariske.“ Außerdem gebe es mehrere Brutplätze von heimischen Tieren.

Stopp des Ausbaus gefordert
40 österreichische und internationale Organisationen aus den Bereichen Umwelt-, Natur- und Klimaschutz, Fischerei, Privatwirtschaft und Wildwassersport sowie zehn Vertreter der Wissenschaft fordern gemeinsam einen Stopp des Ausbaus.

Das Manifest der Umweltallianz: fluessevollerleben.at/manifest-zum-schutz-der-osttiroler-lebensadern

Elisabeth Nachbar
Elisabeth Nachbar
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