28.11.2020 10:00 |

„Situation dramatisch“

Lauter Hilfeschrei aus der Tiroler Reisebranche

Wer Flugzeuge am Himmel sucht, der wird seit Ausbruch der Corona-Pandemie nur mehr selten fündig. Und auch Fernbusse stehen hauptsächlich in der Garage herum. Der erste Lockdown im Frühjahr, Reisewarnungen im Sommer und nun der zweite Lockdown bringen die Reiseveranstalter ordentlich ins Schleudern. Die Situation ist dramatisch.

Das betont auch Kati Pletzer-Ladurner, Gründerin und Miteigentümerin des Reisebüros „Die Profiurlauber“, das sich in St. Johann befindet. Sie wandte sich mit einem Hilfeschrei an die „Tiroler Krone“: „Wir versuchen, unseren Beitrag zur Bewältigung der Pandemie zu leisten – so gut wir können, im Rahmen unserer Möglichkeiten und darüber hinaus! Aber das, was die Reisebranche gegenwärtig ertragen muss, ist ganz einfach zu viel verlangt!“

„Warten schon ewig auf die Unterstützung“
Seit März verzeichne die Branche ein Umsatzminus von 95 Prozent, rechnet die Unternehmerin vor. Wann das Ende der Coronakrise verkündet werden könne, wisse derzeit niemand. Pletzer-Ladurner sagt es mit deutlichen Worten: „Die Covid-19 Krise können wir nicht mehr selber stemmen“, denn „genauso lange wie die Krise schon andauert, warten wir auch auf die Hilfeleistungen unserer Bundesregierung“.

„Bei null Umsatz ist jede Ausgabe zu viel“
Die Kurzarbeit sei zwar ein hervorragendes Instrument, um Arbeitslosigkeit abzufedern und helfe etwas – sie koste die Unternehmen aber auch. „Bei null Umsatz ist jede Ausgabe zu viel.“ Während andere Branchen, von denen viele weit weniger von der Pandemie betroffen seien als die Reisebranche, schon Hilfsgelder empfangen hätten, „schauen wir immer noch sprichwörtlich durch die Finger“, klagt Pletzer-Ladurner.

„Ungleichbehandlung muss endlich aufhören“
Die Unternehmerin gönne natürlich jedem Betrieb die Hilfsgelder, betont sie. Wütend mache sie jedoch, dass „wir einfach nicht gehört werden“. Sie fordert erstens, „dass die Bundesregierung unsere Ungleichbehandlung beim Umsatzersatz anerkennt und uns umgehend in diese Maßnahme miteinbezieht“. Denn zwar dürften die Reisebüros ihre Tore derzeit geöffnet halten, aufgrund der Ausgangsbeschränkungen und vieler Reisewarnungen würde aber ohnehin niemand buchen. „Das kommt in meinen Augen einer behördlichen Schließung gleich.“

„Keine Resonanz aus der Bundesregierung“
Zweitens fordert sie, dass der Fixkostenzuschuss 2 ohne Deckelung ab sofort beantragbar sein und umgehend ausgezahlt werden muss. Und drittens, „dass eine rasche Lösung für die Insolvenzabsicherung in Absprache mit unseren Vertretern herbeigeführt wird“. Pletzer-Ladurner weiß von mehreren Kollegen, dass sie kurz vor dem Ruin stünden. Ihre Forderungen habe sie schon öfter nach Wien geschickt. „Bislang gibt es aber keine wirkliche Resonanz seitens der Bundesregierung.“

Manuel Schwaiger, Kronen Zeitung

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