Spuck-Attacken & Co.
Vizepremier Nick Clegg fühlt sich von Briten gehasst
Der Liberaldemokrat räumte in einem Interview mit dem Magazin "Esquire" ein, es sei ihm "selbstverständlich" zuwider, mit seinen konservativen Koalitionspartnern Kompromisse zu schließen. Es wäre aber nicht richtig, durch "Stammesdenken" und gefühlsmäßige Animositäten die Stabilität der Regierung, die im nationalen Interesse sei, zu gefährden. Andererseits habe die Teilnahme seiner Partei an der Regierung einige Tory-Minister nach links gerückt.
17-Stunden-Arbeitstage keine Seltenheit
Clegg beklagte in dem Interview auch den großen Druck, den er nie von seinem Job erwartet hätte. Er arbeite manchmal von 6 bis 23 Uhr, doch er sei widerstandsfähig und habe ein dickes Fell. Er habe das Glück, durch seine Kinder und Familie Rückhalt zu bekommen.
Über sein Verhältnis zu Premierminister David Cameron meinte Clegg, sie seien keine Freunde. Sie seien auch in vielen Dingen anderer Meinung, würden aber offen und ohne Umschweife miteinander sprechen können. Das sei auch nötig, weil man ständig Kompromisse schließen müsse.
Als einen der Gründe für die Verärgerung seiner Mitbürger sieht Clegg eine Entscheidung der Regierung, einen vom Steuerzahler finanzierten Kredit in Höhe von 80 Millionen Pfund (92,3 Millionen Euro) für das Stahlunternehmen Sheffield Forgemasters zu streichen. Die Labour-Regierung habe den Kredit elf Tage vor den Wahlen angekündigt, ohne dass seine Finanzierung gesichert gewesen sei.
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