22.11.2020 16:00 |

Kultur im Lockdown

Markus Linder: Seit 30 Jahren identitätsstiftend

Vor einigen Tagen übersiedelte Markus Linder, der frohsinnige Musiker, Sänger und Schauspieler, mit seiner Frau Sabine nach Mieming. In diesem Jahr könnte der ausgebildete Gymnasiallehrer sein bereits 30. Bühnenjubiläum feiern, aber Corona machte ihm einen Strich durch die Rechnung.

Seit 2011 ist Markus Linder weit über unsere Grenzen hinaus bekannt – und zwar durch die Rolle des Pfarrers Anton in der beliebten, schrulligen und teilweise skurrilen österreichischen Fernsehserie „Vier Frauen und ein Todesfall“. Obwohl Markus Linder seit seiner Geburt in engem Kontakt mit der Kunst steht – Vater Heiner war Regisseur und Mutter Trudy Schauspielerin im Kabarett-Ensemble „Wühlmäuse“ – sah das Schicksal vorerst etwas anderes für ihn vor.

Keine Stelle als Lehrer bekommen
„Mit 18 zog ich von Dornbirn aus über den Arlberg zum Studieren nach Innsbruck, ein Jahr gab ich mich den Rechtswissenschaften hin um dann schlussendlich das Lehramt für Deutsch, Latein und Geschichte fertig zu studieren“, erzählt der heute 61-jährige Musiker, Sänger und Schauspieler im Videochat mit der „Tiroler Krone“ und führt sogleich weiter dazu aus: „Leider hat mich der Landesschulrat für nicht würdig erachtet und gab mir keine Stelle.“

Nach drei Jahren als Lehrer in der Erwachsenenbildung, am 1. Jänner 1990, ereilte Markus Linder dann die Bestimmung, in der wir ihn heute alle kennen. Er entschloss sich, freiberuflicher Künstler zu werden. Mehr als kongenial und vielseitig verknüpft er seitdem Schauspiel und Musik in seinen Shows. „Auf Wunsch meiner Eltern nahm ich als Achtjähriger von 1967 bis 1977 an der Musikschule Feldkirch Klavierunterricht. Meine Eltern und unser musischer Haushalt hat mich sehr geprägt und ich bin glücklich und dankbar dafür, dass mir solche Wurzeln in die Wiege gelegt wurden“, so Linder zu seinem Werdegang.

Der Erfolg stellte sich aber nicht von Anfang der Karriere ein. „Evolution und keine Revolution, ich begann als Barpianist in verschiedenen Hotels im Land. Der Barpianist ist der, der dann erst auffällt, wenn er zu spielen aufhört“, scherzt er.

Bereits mit Legenden aufgetreten
Markus Linder diente sich in diesen drei Jahrzehnten von unten nach oben. Dann hatte er das Glück, mit drei bekannten Bühnenpersönlichkeiten gemeinsam zu spielen und aufzutreten: Jazz Gitti (Martha Butbul), Tschako (Raimund Jäger) und Mo (Günter Mokesch). 1997 entstand dann sein erstes von bisher neun Soloprogrammen mit dem Titel „Lebenslang“, bei welchem sein Vater Heiner Linder Regie führte. Der Rest und alle weiteren Initiativen wie das New Orleans Festival, sind zu wichtigen Teilen des Tiroler Kulturgeschehens geworden.

Hubert Berger, Kronen Zeitung

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