Prozess um Amoklauf

Deutscher Schöffe betrunken von Polizei aufgegriffen

Ausland
30.10.2010 08:14
Ein betrunkener Schöffe ist der Grund für die Unterbrechung des Prozesses gegen den Vater des Amokläufers von Winnenden gewesen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart prüft nach Auskunft vom Freitag, ob ein Befangenheitsantrag gegen den Schöffen gestellt wird. Der 59-Jährige war am Mittwoch kurz nach Mitternacht in Stuttgart sturzbetrunken und schlafend von der Polizei aufgegriffen worden, wie die "Bild"-Zeitung berichtete.

Die Beamten weckten den Laienrichter auf und wurden dabei nach eigenen Angaben "aufs Übelste" beschimpft. Der Prozess war deshalb am Donnerstag vertagt worden. Der vorsitzende Richter hatte dafür lediglich "dienstliche Gründe" angegeben. 

Befangenheitsantrag droht
Der Schöffe musste die Nacht zum Mittwoch in der Ausnüchterungszelle verbringen, ihm droht eine Anzeige wegen Beleidigung. Möglich ist ein Befangenheitsantrag gegen Schöffen oder Richter, wenn es Misstrauen gegen ihre Unparteilichkeit gibt. Sollte der Schöffe ausfallen, muss der Stuttgarter Prozess mit einem Ersatzschöffen fortgesetzt werden.

Der 17 Jahre alte Sohn des Angeklagten erschoss am 11. März 2009 an seiner früheren Schule in Winnenden und auf der Flucht 15 Menschen und sich selbst. Sein Vater hatte die Tatwaffe unverschlossen aufbewahrt.

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