17.11.2020 19:15 |

Lockdown-Sorgen

Nächster Kampf für Wirte durch den Herbst

Finanzielle Unterstützung wurde vielen Betrieben schon ausgezahlt – die Geldspritze wird auch dringend benötigt. Ein Lokalaugenschein in den Gasthäusern.

Die Gänse für Martini waren schon bestellt, als es erneut hieß: Sperrstunde für die Gastronomie. Dem Federvieh sei die Verschnaufpause gegönnt, doch der Wirt schaut durch die Finger. Damit dem nicht so ist, dürfen Betriebe, wie berichtet, während des Lockdowns Abhol- und Lieferservice anbieten.

Viele Stammgäste wissen dieses Service zu schätzen und halten ihren Wirten die Treue. Trotzdem brauchen die Betriebe dringend Geld. „Wenn es wirklich so schnell und unbürokratisch funktioniert, wie gesagt wird, dann ist das mit Sicherheit eine finanzielle Hilfe“, sagt Christine Lang vom Seewirt in Zell am See und gibt sich zum Thema Fixkostenzuschuss vorsichtig optimistisch. So sei der November normalerweise ein umsatzstarker Monat und es würde im Dezember die Zahlung vieler Fixkosten anstehen.

Für den Umsatzersatz kann innerhalb weniger Minuten der Antrag gestellt werden. Nach einigen Tagen soll das Geld auf dem Konto eintreffen. Laut Ministerium bekommen die Gastronomen 80 Prozent ihres Umsatzes vom November 2019. Kurzarbeit, Steuerstundungen oder Fixkostenzuschuss werden dabei nicht gegengerechnet. Im Gegensatz zu unseren deutschen Nachbarn müssen Österreichs Gastronomen ihre aktuellen Einnahmen aus Liefer- und Abholservice auch nicht mit dem Zuschuss gegenrechnen.

Skepsis, ob das Geld wirklich so schnell da ist
Auch in der Stadt Salzburg ist man hinsichtlich des nahenden Finanz-Zuschusses eigentlich zuversichtlich gestimmt – es bleibt aber ein bisschen Skepsis. „Wir sind sehr gespannt, ob das Geld so schnell und unkompliziert ankommt, wie es uns versprochen wird“, sagt Astrid Zeiler vom Bärenwirt. „Wir dürfen eigentlich nicht jammern – uns geht es durch das Liefergeschäft finanziell verhältnismäßig gut. Ich weiß aber auch, dass es Gastronomen gibt, die seit März keinen einzigen Euro von der Regierung bekommen haben“, erzählt sie.

Der Umsatzersatz wird auf Vermieter von Privatzimmern ausgedehnt – und auf Betriebe, die Urlaub am Bauernhof anbieten. Auch Buschenschanken und Heurige bekommen die finanzielle Unterstützung. Als Vergleichszeitraum gilt der November 2019. Die Höhe der finanziellen Hilfe richtet sich nach dem Vorjahreszeitraum, als noch Normalbetrieb herrschte. Und genau auf diesen freuen sich schon jetzt alle Beteiligten – ganz besonders auf die Rückkehr der Gäste in die gute Stube.

M. Münzer/ M. Schulz

Marie Schulz
Marie Schulz
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