Coups in Osttirol

'Märchenstunde' am Gericht: Haftstrafen für zwei Rumänen

Tirol
27.10.2010 14:52
Für großes Staunen am Gericht haben am Mittwoch zwei Rumänen gesorgt. Sie waren im Sommer nach vier Einbrüchen in Osttirol verhaftet worden. Nicht nur, dass sie bezüglich ihrer Taten logen, dass sich die Balken bogen, versuchten sie dem Gericht weiszumachen, dass sie zu Hause jeweils weit über 1.000 Euro pro Monat verdienen würden.

Das rumänische Duo im Alter von 43 und 33 Jahren war bei einer Großfahndung nach einem Einbruch in Nussdorf-Debant gefasst worden. Aufgrund von Spuren, Tatwerkzeug und Beutestücken konnten ihnen drei weitere Einbrüche – wenige Tage zuvor in Dölsach – nachgewiesen werden. Bei der Polizei hatten dennoch beide ihre Tatbeteiligung bestritten. Später gestand zumindest einer, die Einbrüche verübt zu haben. Erst vor Gericht bequemte sich auch der Zweite zumindest zu einem Teilgeständnis. "Ich war dabei, wollte aber nichts stehlen", ließ er die Dolmetscherin übersetzen. Eine gestohlene Geldtasche, die bei ihm gefunden worden war, wollte er "abgeben, wo sie gefunden wird".

Die wegen gewerbsmäßigen Diebstahls durch Einbruch Angeklagten begannen ihre "Märchenstunde" schon bei den Personalien: Von Richterin Michaela Dietrich zum Einkommen befragt, sagte der 33-jährige "Sportlehrer": "1.500 Euro netto pro Monat." Sein Partner, ein "Kunstmaler", will gar bis zu 3.000 Euro verdient haben. Bei einem rumänischen Durchschnittsverdienst von etwa 200 bis maximal 300 Euro.

"Damit wollten sie nur die Gewerbsmäßigkeit wegbekommen", mutmaßte die Richterin in der Urteilsbegründung für 24 bzw. 20 Monate Haft, die beide nach kurzer Überlegung auch annahmen.

von Werner Kriess, Tiroler Krone

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