12.11.2020 19:20 |

Dramatische Zustände

Toter auf Spitals-WC: Video erschüttert Italien

Ein Schock-Video aus einem Krankenhaus in Neapel und der Sprung über die Marke von einer Million Coronavirus-Fällen sorgen in Italien für neue Alarmrufe. In der süditalienischen Hafenstadt war ein Patient auf dem Boden der Toilette der Notaufnahme tot aufgefunden worden. 

Die Staatsanwaltschaft in Neapel hat mittlerweile Ermittlungen zu dem Video eingeleitet. Das Video zeigt die chaotischen Zustände in dem wegen des starken Andrangs von Covid-19-Patienten schwer belasteten Krankenhauses „Hospital Antonio Cardarelli“.

„Ich wollte zeigen, wie es hier zugeht“
Auf dem Video ist die überfüllte Notfallstation mit dicht gedrängten Betten zu sehen. „Die Kranken werden in ihren Exkrementen liegen gelassen“, beschuldigte der Mann bei den Filmaufnahmen das Spital.

Das Video sorgte italienweit für Aufsehen. Gedreht wurde es von einem 30-jährigen Covid-19-Patienten, der zwei Tage im Krankenhaus verbrachte. „Ich wollte zeigen, wie es hier zugeht“, berichtete er.

Die Leitung des Krankenhauses erklärte, das Personal habe die Leiche entdeckt, als der Patient auch nach längerer Zeit nicht von der Toilette zurückgekehrt war. Momentan sei nicht sicher, ob er an den Folgen des Virus starb. „Das Gesundheitsmanagement hat aber pflichtbewusst alle nötigen Untersuchungen eingeleitet“, hieß es weiter.

Außenminister: „Bilder sind schockierend“
Die Staatsanwaltschaft ordnete die Obduktion der Leiche an. Der Fall beschäftigt nun auch die Politik. „Die Bilder des Patienten, der im Badezimmer des Cardarelli-Spitals in Neapel tot aufgefunden wurde, sind schockierend“, schrieb Außenminister Luigi Di Maio. Regionenminister Francesco Boccia sprach von einer „Schande“.

Gesundheitssystem in Süditalien stark unter Druck
Das Gesundheitssystem in Süditalien ist wegen der zunehmenden Zahl von Coronavirus-Fällen stark unter Druck. Erwartet wird, dass am Freitag die Regierung in Rom weitere Restriktionen in Kampanien, der Region mit Neapel, ergreift. In Italien ist am Mittwoch die Schwelle von einer Million überschritten worden. Die Zahl der Infizierten seit 20. Februar stieg auf exakt 1,028.424, teilte das Gesundheitsministerium mit.

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