ATP-Comeback

Tom Muster verliert bei BA-Trophy vor 8.700 Fans

Steiermark
27.10.2010 00:54
Thomas Muster hat wie erwartet sein Comeback auf der ATP-Tour glatt verloren, aber die Massen mobilisiert. Der Steirer, der erst als zweiter Spieler nach dem US-Amerikaner Jimmy Connors mit 43 auf Tour-Level angetreten ist, musste sich am Nationalfeiertag bei der BA-Trophy seinem Landsmann Andreas Haider-Maurer nach 76 Minuten mit 2:6, 6:7(5) geschlagen geben. 8.700 Fans zollten dem Tennis-Oldie dabei ihren Respekt.

"Hochachtung Tom. Auf ewig Nummer 1." Ein Riesentransparent in der Stadthalle drückte wohl am besten aus, was viele dem French-Open-Sieger 1995 sagen wollten mit ihrer frenetischen Begrüßung. "Das Publikum war unglaublich. Es ist Gänsehaut-Atmosphäre, es ist überwältigend, es ist mehr, als ich mir erwartet habe", meinte Muster auch noch knapp 20 Minuten nach seinem Match beeindruckt. "Natürlich will man dann auch eine Leistung bringen, und die ist mir dann sicher auch im zweiten Satz gelungen. Ich weiß aber, dass ich noch viel besser spielen kann."

Rund zehn Minuten nach seiner Niederlage musste Muster immer noch Dutzende Autogramme geben, der Empfang nach zwölf Jahren wieder auf dem Center Court der fast ausverkauften (!) Wiener Stadthalle hätte für ihn nicht besser sein können. Ein wenig verärgert war Muster aber doch, weil er dem sensationellen Satzgewinn gegen die Nummer 157 der Welt, den 20 Jahre jüngeren Niederösterreicher Haider-Maurer, doch nahe gekommen war. "Ich habe im Tiebreak drei Punkte nicht gemacht, die ich hätte machen müssen. Insofern wäre der zweite Satz drinnen gewesen", erklärte Muster.

Muster: "Bin auf dem richtigen Weg"
Nach sechs Challenger-Einsätzen und seinem ersten Spiel auf ATP-Tour-Level seit 24. Mai 1999 sieht sich Muster auf Kurs. "Ich bin auf dem richtigen Weg für das, was ich vorhabe. Wir wissen alle, dass sich in zwei Jahren keine Top Ten ausgehen werden." Ein Ziel will er nicht wirklich nennen, doch schon jetzt hat sich für ihn die Rückkehr ausgezahlt. "Absolut. Wer da heute draußen gestanden ist und das gesehen hat..."

Wie sich Muster seine nach wie vor große Popularität erklärt? "Die Leute respektieren, was ich in meinem Leben gemacht habe. Sie respektieren, dass man in dem Alter bereit ist, für den Sport, für den man Jahrzehnte gelebt hat, noch einmal alles zu geben." Und an seine Zweifler hatte er indirekt auch eine Nachricht: "Wer das heute gesehen hat: Die Frage, warum tut man sich das noch an, die kann man jetzt groß durchstreichen!"

"Der Applaus ist das größte Honorar"
All das Geld, das man verdienen kann, spielt da nur eine Nebenrolle. "Applaus ist der Nährstoff des Trainings, der Motivation, des Spiels an sich, des Lebens als Sportler. Was gibt es Schöneres? Der Applaus ist das größte Honorar", beschrieb Muster seine Emotionen.

Selten stand ein österreichischer Sieger so im Schatten eines Verlierers, als den man Muster an diesem Tag nur aufgrund von Zahlen bezeichnen konnte. Haider-Maurer erreichte das Achtelfinale des größten Turniers in Österreich, war als Lucky Loser in den Hauptbewerb gekommen und damit sicher ein angenehmerer Erstrunden-Gegner, als es Ernests Gulbis gewesen wäre.

Haider-Maurer: "Schwierigste Partie meines Lebens"
Leicht war es nicht für den ÖTV-Davis-Cup-Spieler: "Es war sehr schwierig, wenn nicht die schwierigste Partie in meinem Leben, als Favorit gegen Thomas Muster in die Partie zu gehen und man muss eigentlich gewinnen. Ich habe im ersten Satz sehr dominiert, im zweiten zu Beginn meine Chancen nicht genützt", schilderte Haider-Maurer. Dann sei er nervös geworden. "Ich habe den Schläger nicht mehr so laufen lassen. Und wenn der Tom mal drinnen ist in so einer Partie, wird es immer schwerer. Darum bin ich froh, dass ich das Tiebreak 7:5 heimgespielt habe."

Haider-Maurer darf sich am Mittwoch ausrasten, spielt am Donnerstag gegen Fischer-Bezwinger Seppi um den Viertelfinaleinzug. Muster hat nach dem erlebten emotionalen Highlight wohl eine große Portion an Motivation mitgenommen. 2011 plant er jedenfalls 25 Wochen Turniertennis - nicht nur auf Challenger-Niveau. Eine Rückkehr in die Stadthalle in einem Jahr ist wohl ein Fixpunkt.

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