Langes Verfahren

Entführter Bub darf unter Polizeischutz zur Mutter zurück

Wien
24.10.2010 17:47
Ein glückliches Ende hat der Sorgerrechtsstreit um den kleinen Andreas genommen. Der russische Vater, der in Wien lebt, hatte ihn nach Österreich gelockt – und wollte ihn mit dubiosen Methoden behalten. Nun setzte das Bezirksgericht Josefstadt einen Schlussstrich: Der Siebenjährige darf zu seiner Mutter nach Moskau zurück. Andreas wird demnächst unter strengstem Polizeischutz außer Landes gebracht. Schon bei der Verhandlung gab es neben einem Großaufgebot der Exekutive striktes Handyverbot.

Zur Vorgeschichte: Zu einem "Fischereiausflug" lockte der 43-jährige Russe vor einem Jahr seinen Sohn nach Österreich. Seither ist er in Wien, völlig abgeschirmt von der Mutter. Nur durch Zufall entdeckte Swetlana F. den Döblinger Aufenthaltsort ihres Kindes. Im April sprach ein Moskauer Gericht der 32-Jährigen das Sorgerecht zu. Jetzt zog die heimische Justiz nach.

Ausschlaggebend: Ein Gutachten, das dem Vater mangelnde Erziehungsfähigkeit bescheinigt. Offenbar hatte der Mann sich fast zwanghaft an den Buben ketten wollen. "Der eigentliche Skandal ist die lange Verfahrensdauer derartiger Fälle", heißt es beim Ersten Österreichischen Väternotruf (Telefonnummer: 0900/470034). "Andreas hätte schon vor Monaten heimkehren können."

von Alex Schönherr, Kronen Zeitung

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.



Kostenlose Spiele