06.11.2020 19:09 |

„Krone“-Redakteur:

So erlebte ich den dramatischen Brand in Leibnitz

Rund 60 Personen mussten gestern aus ihren Wohnungen in Leibnitz evakuiert werden - in einem Siedlungsgebiet brannte eine Wohnung komplett aus. Zwei Personen wurden verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. „Steirerkrone“-Sportredakteur Michael Gratzer war als Feuerwehrmann hautnah dabei.

Es ist 5.28 Uhr, ich bin tief im Land der Träume. Ein lautes Geräusch weckt mich unsanft - es ist der Pager der Feuerwehr. In Sekundenbruchteilen bin ich hellwach, funktioniere von nun an wie ein Roboter. Ein Griff zum Gewand - und ab ins Auto. Auf der Fahrt kreisen meine Gedanken, denn ich weiß nicht, was mich diesmal erwarten wird.

Alle rennen ins Rüsthaus, ein Blick auf den Bildschirm: „Wohnungsbrand, Rauch aus mehreren Fenstern“ steht da. Der Puls geht in die Höhe. Schnell ziehe ich mir die Einsatzmontur über. Ich bin Fahrer des Tanklöschfahrzeuges, meine Verantwortung ist groß.

Schaulustige ausblenden
Am Einsatzort sehen wir meterhohe Flammen. Nun muss jeder Handgriff sitzen - dank unserer regelmäßigen Übungen tut er das auch. Die Polizei sagt uns, dass keine Person mehr vermisst wird. Große Erleichterung. Die Drehleiter wird neben mir in Stellung gebracht. Schläuche werden ausgerollt, der Atemschutztrupp macht sich fertig für den Einsatz. Schaulustige beobachten uns - die blende ich aber aus, denn die volle Konzentration gilt dem Einsatz. „Wasser marsch!“ wird mir zugerufen. Ich öffne das Ventil und gebe Druck.

Eine kurze Nacht
Während der Löscharbeiten beobachte ich ständig die Umgebung. Alles läuft nach Plan. Nach rund 30 Minuten ist der Brand unter Kontrolle. Zeitgleich zu den Nachlöscharbeiten beginnt dann das Aufräumen: Alles wird geputzt und verstaut. Mit dem Einsatzleiter und der Polizei begehe ich das Objekt zur Dokumentation. Danach machen wir uns alle zum Glück wieder heil auf den Heimweg. Die Uhr zeigt 8 Uhr: Schlafen brauche ich nicht mehr zu gehen. Es ist Zeit, mich frisch zu machen. Denn jetzt beginnt mein Arbeitstag! 

Brandursache geklärt
Wie die Brandursachenermittlung ergab, hat eine neben der Couch liegende defekte Mehrfachsteckdose oder eine abgedeckte Stehlampe, als auch eine fahrlässige Tathandlung mit offenem Licht und Feuer als mögliche Brandursache den Brand verursachte. Wie bereits berichtet, erlitten zwei Personen eine leichte Rauchgasvergiftung, weitere Wohnungen wurden beschädigt. Es entstand ein Schaden von mehreren hunderttausend Euro.

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