Gelähmter Mühlviertler

Harter Kampf nach Bike-Unfall zurück ins Leben

Eine Unterzuckerung auf der Heimfahrt mit dem Motorrad von der Arbeit hatte am 29. März 2019 für Mathias Kufleitner aus Zwettl/R. eine Tragödie zur Folge. Der Chemielaborant ist seither ab dem 7. Brustwirbel gelähmt. Dank medizinischer und finanzieller Unterstützung der AUVA kämpfte er sich ins Leben zurück.

Der Motorradsturz auf der B 126 im Haselgraben wirkte sich für Mathias Kufleitner fatal aus: Serien-Rippenbrüche, gebrochenes Schienbein, Handgelenksfraktur - und auch Wirbelbrüche. Der 34-Jährige kann jetzt nicht mehr gehen, ist auf fremde Hilfe und einen Rollstuhl angewiesen. „Mein Leben war mit einem Schlag ein völlig anderes“, so Kufleitner, der ab dem 7. Brustwirbel seither gelähmt ist. „Inkomplette Querschnittlähmung“, so der Mühlviertler.

Eiserner Wille
Nach Tagen im Tiefschlaf und einer Not-Operation traf diese Diagnose den Chemie-Laboranten hart.Mit Unterstützung von AUVA, Familie und Lebensgefährtin Ricarda (29) gelang es ihm, dank eisernem Willen, Fortschritte zu erzielen. Nach acht Wochen Spital, einem fast vier Monate langen Aufenthalt im Reha-Zentrum Bad Häring sowie einer dreiwöchigen Spezialreha will er etwa nun lernen, aus eigener Kraft in den Rollstuhl zurückzukommen, wenn er herausstürzt.

Teilzeitbeschäftigung
Seit November 2019 ist Kufleitner auch wieder für seinen Arbeitgeber tätig - 12 Stunden pro Woche im Bereich der Qualitätskontrolle. „Mein Leben zieht jetzt Kosten nach sich, die ich mir privat nie leisten könnte - zum Glück gibt es Unterstützung durch die AUVA“, betont er. Weil der Unfall nicht in seiner Freizeit sondern am Heimweg von der Arbeit passiert war, wurden der berufliche Wiedereinstieg und auch der Einbau eines Behinderten-WC im Betrieb gefördert. Neben Reha, Lohnfortzahlung und der Anschaffung von Rollstuhl und Kathetern finanzierte die AUVA auch einen Treppenlift in Kufleitners Wohnhaus sowie ein Rollstuhl-Zuggerät mit.

Gesetzlich verpflichtet
„Wegunfälle gelten als Arbeitsunfälle, wir sind gesetzlich verpflichtet, das Maximum fürs Leben zurück zur Normalität zu leisten“, erklärt AUVA-Landeschef Erhard Prugger.
Josef Stockinger, Chef der Oberösterreichischen Versicherung, appelliert jedoch, auch an den Abschluss einer privaten Unfallversicherung für den Freitzeitbereich zu denken.

Jürgen Pachner/Kronen Zeitung

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