560.000 € "futsch"

Osttiroler ließ sich von Gauner linken und landet im Häfn

Kärnten
21.10.2010 16:57
Opfer und Täter sind am Donnerstag auf der Anklagebank zu einer Person verschmolzen: Ein Ingenieur (44) aus Osttirol konnte den Investitions-"Märchen" eines türkischen Hochstaplers nicht widerstehen und überwies diesem insgesamt 560.000 Euro Fremdgeld. Statt den versprochenen 40 Prozent Rendite setzte es vor dem Innsbrucker Landesgericht nun drei Jahre Gefängnis. Der Türke und das Geld sind "futsch"...

Um die Geschichte zu verstehen, muss man etwa sechs Jahre in die Vergangenheit blicken: Ein türkischer "Geschäftsmann" traf auf den Osttiroler Geschäftsführer einer Baustofffirma. Die zwei unterhielten sich blendend. Der etwas naive Brillenträger aus Osttirol fand Gefallen an dem bärtigen Anzugträger. Er war sympathisch, hatte Charme und wirkte seriös. Er sprach vom großen Geld, satten Renditen und rosigen Zukunftsaussichten. Man könnte sagen: Er sprach vom märchenhaften Geldregen. Alles was letztendlich übrig blieb ist der märchenhafte Charakter...

Nach den tollen Erzählungen wollte der Ingenieur, der in der Firma über eine Finanzprokura verfügte, bei dem Türken investieren. Er selbst hatte aber nur bedingte Geldmittel zur Verfügung. Der Türke lechzte nach immer mehr Moneten.

Irgendwann zapfte der Osttiroler das Firmenkonto an. Über die Jahre häuften sich sage und schreibe 560.000 Euro an Fremdgeld an, die der Geschäftsführer veruntreute. Die nachlässigen Kontrollen in der Firma machten den langen Tatzeitraum möglich. Richter Josef Geisler schüttelte den Kopf über die Leichtgläubigkeit des Familienvaters. Der Angeklagte legte ein Geständnis ab, er machte den Schaden auch teilweise wieder gut. Dennoch fasste er drei Jahre Haft aus, eines davon muss er absitzen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

von Matthias Holzmann (Kronen Zeitung) und kaerntnerkrone.at

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