Radikales Sparpaket

GB: 490.000 Stellen im öffentlichen Dienst fallen weg

Ausland
20.10.2010 18:32
Die britische Regierung will in den nächsten vier Jahren fast eine halbe Million Stellen im öffentlichen Dienst streichen. Das kündigte Finanzminister George Osborne am Mittwoch bei der Vorstellung der Haushaltskürzungen im Parlament an. Auch die Armee muss massiv sparen. Weiters wird das Kindergeld gekürzt. Besser hat offenbar Deutschland seine Hausaufgaben erledigt: Die Bundesregierung macht 2010 wohl 30 Milliarden Euro weniger Schulden als geplant.

Bis 2015 sollen in Großbritannien insgesamt 490.000 Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst eingespart werden. Sie sollen zum größten Teil wegfallen, indem die Posten von ausscheidenden Arbeitnehmern nicht wieder neu besetzt werden. Außerdem soll zwecks Haushalts-Konsolidierung das Kindergeld massiv gekürzt werden.

Auch das Militär bekommt den Kahlschlag zu spüren. Die Bestände an Panzern und schwerer Artillerie sollen um 40 Prozent reduziert werden. Beim Zivilpersonal der Royal Armee sollen 25.000 Stellen wegfallen. Die Royal Air Force soll bis 2015 etwa 5.000 Mann verlieren, die Marine ebenfalls. Der Rest der Armee wird um 7.000 Dienstposten reduziert. Insgesamt werden laut Cameron Ausgaben von jährlich 33 Milliarden Pfund angepeilt, zuvor waren es etwa 36 Milliarden Pfund. Bei der Technik soll der Senkrechtstarter Harrier abgeschafft werden. Ein Flugzeugträger wird schneller außer Dienst gestellt. Die Laufzeit der Atom-U-Boote der Vanguard-Klasse - Träger der britischen Nuklear-Abschreckung Trident - wird verlängert.

Die seit Mai amtierende liberal-konservative Regierung von Premierminister David Cameron (Bild) will das Defizit des britischen Staatshaushalts in den kommenden fünf Jahren von 10,1 Prozent auf 1,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes senken. Die Ressorts müssen mit durchschnittlichen Kürzungen in Höhe von 25 Prozent rechnen.

Deutschland macht "nur" 50 statt 80 Milliarden Euro Schulden
Deutschland wird unterdessen in diesem Jahr nach Einschätzung der deutschen Kanzlerin Angela Merkel deutlich weniger Schulden machen als geplant. Statt der zunächst veranschlagten 80 Milliarden Euro "werden es vielleicht etwas mehr als 50 sein", sagte Merkel am Mittwoch in Berlin. Die CDU-Vorsitzende warnte aber vor Euphorie. Die Auswirkungen der Krise "sind nicht weggesteckt", sagte sie auf dem Unternehmertag des Bundesverbandes für Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen (BGA).

Zwar sei die wirtschaftliche Lage besser, "als wir sie erwartet haben", sagte Merkel. Gleichwohl seien "nüchterne Prognosen" erforderlich. Wichtiger als die günstigen Voraussagen von 3,5 Prozent Wachstum für dieses und zwei Prozent fürs kommende Jahr sei ohnehin der stabile Arbeitsmarkt. Das sei auch für die "Psychologie des Landes" bedeutend.

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