Weiteres Gutachten

29 Schüler bei Busunfall verletzt: Prozess vertagt

Kärnten
19.10.2010 10:03
Der Prozess um einen schweren Busunfall, bei dem 29 ungarische Schüler im Bezirk Spittal verletzt worden sind, ist am Dienstag neuerlich am Landesgericht Klagenfurt vertagt worden. Die Verteidigung des ungarischen Busfahrers (40) beantragte noch ein weiteres Gutachten.

Insgesamt 83 Schüler saßen am 20. Februar 2010 in dem ungarischen Doppeldeckerbus. Der Buschauffeur hatte die Jugendlichen von ihrer Unterkunft abgeholt und war bei Schneefall auf der Innerkremser Landesstraße von Schönfeld (Bezirk Tamsweg) ins Skigebiet Innerkrems unterwegs.

Der Fahrer hatte keine Schneeketten angelegt. In einer Rechtskurve kam der Bus auf der schneebedeckten und teilweise vereisten Fahrbahn ins Rutschen und stürzte rund fünf Meter in einen Graben. Dabei wurden laut Anklage 29 Schüler - teilweise schwer - verletzt.

Der Buslenker und sein Beifahrer, ebenfalls aus Ungarn, sahen laut eigenen Angaben keine Notwendigkeit, die Schneeketten anzulegen. "Die Straße war zwar ein bisschen mit Schnee bedeckt, da es leicht geschneit hatte, aber sie war trocken", so der Beifahrer.

"Fahrer hätte Schilder sehen müssen"
Ein Mitarbeiter der Straßenmeisterei, der die Strecke an diesem Tag bereits vor dem Unfall mehrmals gesäubert hatte, erklärte, er habe Schilder "Schneekettenpflicht" aufgestellt. "Der Fahrer hätte die Schilder sehen müssen, als er von der Unterkunft weggefahren ist", sagte er.

"Sehr sorgsam und langsam gefahren"
Ein Sachverständigengutachten bestätigte, dass der Bus mit angelegten Schneeketten nicht ins Rutschen gekommen und noch anzuhalten gewesen wäre. Laut dem Sachverständigen sei aber "davon auszugehen, dass der Fahrer sehr sorgsam und langsam gefahren ist". Die Verteidigung beantragte ein weiteres medizinisches Gutachten: Die Schwere der Verletzungen zweier Opfer soll noch einmal überprüft werden.

Die Verteidigung zweifelt daran, dass es sich um schwere Verletzungen handelt. Kommt sie damit durch, ist das Strafmaß ein geringeres. Der Busfahrer selbst wurde am Dienstag nicht mehr einvernommen, da es sich bereits um eine Fortsetzung der Hauptverhandlung handelte. Er wird nun noch ein drittes Mal nach Klagenfurt kommen müssen.

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