Großer "Gewinn"

Organisierte Kriminalität lukriert jährlich 85 Mrd. €

Ausland
18.10.2010 15:38
Organisierte Kriminalität ist weltweit auf dem Vormarsch. Im Rahmen einer UNO-Konferenz in Wien präsentierte Jury Fedotow (Bild), Direktor des UN-Büros für Suchtstoff- und Verbrechensbekämpfung (UNODC), am Montag ernüchternde Zahlen: Insgesamt "verdienen" die Drahtzieher der illegalen Geschäfte jährlich mehr als 120 Milliarden US-Dollar (85,2 Milliarden Euro).

Fedotow betonte bei der Pressekonferenz, dass Organisierte Kriminalität mittlerweile globale Dimensionen angenommen hat. Er forderte daher von allen 157 Staaten, welche die sogenannte Palermo-Konvention ratifiziert haben, ebendieses Instrument effektiver einzusetzen und dem Kampf gegen die weltweit operierenden Banden mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Kokain, Heroin und Schlepperei als Haupteinnahmequellen
In dem UNODC-Bericht, der sich mit der Gefahr von transnationaler Organisierter Kriminalität beschäftigt hat, wurde die Gesamtsumme von 85 Milliarden Euro genau aufgeschlüsselt. Demnach entfallen auf Kokainschmuggel von Süd- nach Nordamerika bzw. Europa rund 51 Milliarden Euro und auf Heroinschmuggel 23,4 Milliarden Euro. Die Hintermänner dieser illegalen Geschäfte verdienen also umgerechnet fast 200 Millionen Euro pro Tag.

Auf Platz drei folgt die Schlepperei von Latein- nach Nordamerika mit 4,68 Milliarden Euro jährlich und drei Millionen illegalen Grenzübertritten. Dahinter liegt der Schmuggel von Holz aus Südostasien in die EU und Asien mit 2,48 Milliarden Euro, gefolgt von Menschenhandel nach Europa mit 2,13 Milliarden Euro.

Aufkommender Handel mit gefälschten Medikamenten
Fedotow verwies aber auch auf neue Sparten der Organisierten Kriminalität wie gefälschte Medikamente in der Höhe von 1,1 Milliarden Euro und Cybercrime, das immerhin schon einen jährlichen Schaden von einer Milliarde US-Dollar (710 Millionen Euro) ausmacht.

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