"Besonders heftig"

Viel Gewalt bei der "World Press Photo 10" im "WestLicht"

Wien
18.10.2010 10:23
Eine Mädchenleiche ragt nach einem israelischen Luftangriff auf den Gaza-Streifen aus dem Schutt, ein zwischen Drogenbanden geratener Jugendlicher liegt tot in seiner eigenen Blutlache. Die "World Press Photo 10" ist bereits zum neunten Mal in Folge in der Wiener Galerie "WestLicht" zu Gast und wird intensiver denn je von Gewalt, Tod und Krieg geprägt. Die Ausstellung läuft noch bis 4. November.

In zehn Kategorien wurden Preise für Einzelfotos und Fotoserien vergeben, knapp 170 Fotos aus mehr als 100.000 eingereichten Bildern sind in der Ausstellung zu sehen. "Dieses Jahr ist die Schau besonders heftig", heißt es vonseiten der Galerie. "Es scheint viel passiert zu sein im Jahr 2009."

Die Intensität zeigt sich auch in den zwei Plakatsujets. Ein blutiger Kopf einer soeben geschlachteten Kuh hängt nun auf Plakatwänden und Litfaßsäulen in ganz Wien, ebenso das eindrucksvolle Foto eines Mannes, der ein Tuch über sein Gesicht gebunden und nur die Augen freigeschnitten hat. Er steht am Rande einer pro-separatistischen Demonstration im Zentrum von Srinagar, dem von Indien verwalteten Kaschmir, und hält einen Stein in der Hand - bereit, ihn zu werfen.

"Statement über Fotojournalismus in unserer Zeit"
Der 53. World-Press-Photo-Wettbewerb fängt erneut dramatische Momente ein und zeichnet gleichzeitig ein Bild der Weltereignisse des letzten Jahres. Berührend auch die Porträtserien und Einzelschicksale, die genauso "Teil eines Ganzen" sind, so die Jury, und ein "Statement über Fotojournalismus in unserer Zeit" abgeben.

Auch Impressionen aus der Welt der Natur regen zum Nachdenken an: Nach drei Jahren ohne Regenzeit ist eine Giraffe im Nordosten Kenias verdurstet (Bild); Tiere in der Antarktis stehen scheinbar hilflos an Ufern von Flüssen, die einst von Eis bedeckt waren.

Besucher der Ausstellung bekommen neben schockierenden Impressionen aus Kriegs- und Konfliktgebieten vereinzelt auch weniger Aufwühlendes zu sehen: Barack Obama wird vereidigt, Lance Armstrong feiert sein zweites Comeback im Radsport (Infobox) und die kanadische Fotografin Kita Cahana zeigt wilde Aufnahmen des "Rainbow Gathering"-Festivals in einem amerikanischen Nationalpark (Infobox).

Gedränge beim Entziffern der Bildtexte
2,5 Millionen Besucher aus 45 Ländern sehen die Wanderausstellung jährlich, ins WestLicht lockte die Schau im Vorjahr mehr als 18.000 Besucher. Auch in diesem Jahr strömen wieder Tausende zu der Ausstellung, die besonders an den Wochenenden aus allen Nähten platzt. Unpraktisch klein geraten sind dabei die erklärenden Texttafeln neben den Bildern, die nur aus kurzer Distanz zu entziffern sind. Das führt bei erhöhter Besucherfrequenz schnell zu aktiver Nutzung des Ellenbogens.

Heuer stehen daher auch erstmals Computer für Besucher bereit, mit denen man sich durch die Gewinnerfotos und Hintergründe - auch der vergangenen Jahrzehnte - klicken kann.

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