Streiks in Frankreich
Flughäfen und Tankstellen geht der Treibstoff aus
Das französische Umweltministerium befürchtete am Samstag, infolge von Streiks in zehn der zwölf Erdölraffinerien sowie in den Ölhäfen des Landes könne den Tankstellen im Land sowie dem Pariser Großflughafen Roissy-Charles de Gaulle zu Beginn der kommenden Woche der Treibstoff ausgehen.
Der Kerosinvorrat reiche noch bis Montagabend oder Dienstag, sagte ein Ministeriumssprecher. Es gebe aber "Wege, eine Lösung zu finden, den Flughafen zu beliefern". Eine zuvor unterbrochene Versorgungsleitung sei derzeit "mit Unterbrechungen" in Betrieb, sagte der Sprecher.
Wirtschaftsministerin Christine Lagarde zeigte sich in der Frage zuversichtlich. Sie erklärte, es gebe "keinen Mangel" an Kraftstoff. "Die Vorräte reichen noch mehrere Wochen." Lagarde sprach sich für einen "intelligenten sozialen Dialog" aus, um die Blockaden aufzuheben.
Der Präsident des französischen Kraftstoffverbands, Jean-Louis Schilansky, bezeichnete die Situation als "angespannt". Nach Angaben des Umweltministeriums wurden Kraftstoffimporte aus Deutschland, Italien, Spanien und Belgien auf dem Land- und Seeweg ausgeweitet.
230 Demonstrationen im ganzen Land
Indes war am Samstag den Gewerkschaften zufolge die Beteiligung an insgesamt 230 Demonstrationen "mindestens so groß wie am 2. Oktober", als nach Polizeiangaben knapp 900.000, den Gewerkschaften zufolge hingegen etwa drei Millionen Menschen demonstriert hatten.
In Paris kamen bis zum Samstagnachmittag nach Polizeiangaben etwa 20.000 Menschen zu einer zentralen Kundgebung zusammen. Die Demonstranten warfen der Regierung vor, das Land zu spalten und damit in eine Blockade zu treiben.
Bei den größten Massenprotesten der vergangenen Wochen waren am Dienstag nach Angaben der Gewerkschaften rund 3,5 Millionen Menschen auf die Straße gegangen, die Regierung sprach von 1,2 Millionen Demonstranten.
Erstmals beteiligten sich auch viele Schüler und Studenten an den Protesten. Die Kundgebungen richten sich gegen die geplante Pensionsreform der konservativen Regierung von Präsident Nicolas Sarkozy, mit der das Pensionsalter von 60 auf 62 Jahre erhöht werden soll. Über das Gesetz soll am kommenden Mittwoch im Senat abgestimmt werden.











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