12.10.2020 11:16 |

Tadschikistan-Wahl:

Präsident Rachmon erhält 90 Prozent der Stimmen

Mit mehr als 90 Prozent der Stimmen hat sich der autoritäre Staatschef Emomali Rachmon zum Sieger der Präsidentenwahl in Tadschikistan erklären lassen. Dieses Ergebnis teilte die Wahlleitung am Montag in Duschanbe, der Hauptstadt der zentralasiatischen Ex-Sowjetrepublik, mit. Damit bleibt der seit 1992 regierende Dauerherrscher auch formal weitere sieben Jahre im Amt.

In dem islamisch geprägten Hochgebirgsland in Zentralasien waren am Sonntag fünf Millionen Wahlberechtigte zur Abstimmung aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag nach offiziellen Angaben bei rund 85 Prozent.

Offiziell vier weitere Kandidaten
Es gab zwar offiziell vier weitere Präsidentschaftskandidaten, an einem haushohen Erfolg für Rachmon hatte aber niemand gezweifelt. Der 68-Jährige regiert das bitterarme Land mit Grenzen unter anderem zu China und Afghanistan seit fast drei Jahrzehnten.

Korruption und Armut weitverbreitet
Das kleine Land, in dem in den 1990er-Jahren ein Bürgerkrieg tobte, ist bis heute von verbreiteter Korruption und Armut geprägt. Menschenrechtler prangern regelmäßig fehlende Meinungsfreiheit und Transparenz an. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat noch nie eine Abstimmung als demokratisch anerkannt.

Tadschikistan zählt zu den ärmsten Ländern der Region. Die Menschen sind massiv von Überweisungen von Verwandten im Ausland abhängig. Darauf entfallen 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Corona-Krise hat das Land zudem hart getroffen, obwohl die autoritäre Führung Tadschikistan lange zum einzigen Corona-freien Staat der Welt erklärte hatte.

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