Appell in Zeitung
Türkischer Minister ruft Landsleute zur Integration auf
Außerdem forderte er die türkischstämmigen Migranten in Deutschland auf, ihre Kinder "auf die besten Schulen" zu schicken, "damit sie eine Zukunft haben".
Der Minister rief überdies zur Achtung der in Deutschland geltenden Gesetze auf. "Denn wenn 'Ali' oder 'Achmed' Schlimmes tun, werden die Menschen nicht nach Namen suchen. Sie werden sagen: 'Der Türke war's!'", warnte Bagis. Er warb bei den türkischstämmigen Menschen in Deutschland, sie müssten "das Geschenk eurer Identität und eurer Kultur nicht aufgeben, sondern euch als Botschafter der Türkei verstehen". Bagis fügte hinzu, die türkische Regierung stehe voll und ganz hinter der Idee der Integration so wie "wir für die Integration der Türkei in die EU sind".
Seehofer-Äußerungen befeuerten Debatte
In Deutschland wird seit Wochen über die Integration von Zuwanderern debattiert. Zuletzt hatte CSU-Chef Horst Seehofer mit seiner Äußerung für Empörung gesorgt, es solle keine zusätzliche Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen wie etwa der Türkei oder arabischen Ländern mehr geben. Später stellte er klar, dass er sich bei dieser Aussage "ausschließlich mit der Forderung nach Erleichterungen für den Zuzug von Fachkräften beschäftigt" habe.
Am Samstag hatten bereits Bundeskanzlerin Angela Merkel und der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan zu einer besseren Integration der Türken in Deutschland aufgerufen. Es gebe noch unverkennbare Probleme, die gelöst werden sollten, sagte Merkel nach einem Gespräch mit Erdogan in Berlin. Beide Seiten wollen zum 50-jährigen Jubiläum der Gastarbeiteranwerbung im Oktober 2011 Bilanz ziehen. Erdogan sagte, man wolle herausfinden, "wo wir angekommen sind und was wir noch tun könnten".
"Lebensweise und Werte respektieren"
Bei der Integration sei es wichtig, Werte und Lebensweisen der Gesellschaft, in der man lebe, zu respektieren und sich anzupassen. "Da bin ich selbstverständlich dafür, dass die Menschen türkischer Abstammung hier in Deutschland sich integrieren für ihr eigenes Glück", so Merkel.
Auch Österreich engagiert sich gemeinsam mit der Türkei für eine bessere Integration der Türken. So vereinbarte Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) am Donnerstag in Ankara mit seinem türkischen Amtskollegen Ahmet Davutoglu, Anfang 2011 in Wien eine Konferenz zur Integration von Türken auszurichten. An der Konferenz soll neben Davutoglu auch der deutsche Chefdiplomat Guido Westerwelle teilnehmen. Spindelegger will mit der Konferenz "Missverständnisse" ausräumen und "radikalen Tendenzen Einhalt gebieten". Davutoglu unterstrich bei der gemeinsamen Pressekonferenz: "Was wir unter Integration verstehen, ist die Tatsache, dass die Türken in Österreich die Sprache erlernen und gemäß den österreichischen Gesetzen leben sollen."
69 Prozent der Deutschen gegen EU-Mitgliedschaft der Türkei
Deutschland, Frankreich und Österreich gehören zu jenen EU-Staaten, die einer Vollmitgliedschaft der Türkei in der Union am skeptischsten gegenüberstehen. In Deutschland sprechen sich einer aktuellen Umfrage des Instituts "Emnid" zufolge 69 Prozent der Bürger dagegen aus, 27 Prozent sind dafür. Besonders groß sei die Ablehnung unter Senioren sowie CDU-Anhängern.
Unterdessen fordert die deutsche Industrie eine zügige Fortsetzung der EU-Beitrittsgespräche mit dem Land am Bosporus. "Für die deutsche Wirtschaft ist die Türkei ein stabiler Partner", sagte der Hauptgeschäftsführer des Industrieverbandes BDI, Seehofers Parteifreund Werner Schnappauf. "Das Land bleibt absehbar ein Wachstumsmarkt in strategisch bedeutender Lage."











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