"Geburtenschwäche"

Ganz Tirol steht vor einem Engpass bei den Lehrlingen

Tirol
11.10.2010 16:03
Der Lehrstellenmarkt verändert sich derzeit dramatisch. Immer mehr Branchen kämpfen mit einem Lehrlingsmangel. Nach der Krise machen sich jetzt die geburtenschwachen Jahrgänge bemerkbar. Zudem sind viele Jugendliche noch nicht reif genug für einen Job.

Fast 50 Prozent der Tiroler Pflichtschulabgänger entscheiden sich für eine Lehre. Und trotzdem droht Tirol ein massiver Lehrlingsmangel. Der Tourismus spürt den bereits. Aber nicht nur der. "Ende September hatten wir 821 Lehrstellen gemeldet, 200 mehr als im Vorjahr. Dem standen 540 Suchende gegenüber, 62 weniger als 2009", blickt AMS-Chef Anton Kern auf die aktuelle Statistik. Längst ist nicht mehr nur der Tourismus betroffen.

Handel, Metall und Elektrobereich, Baubranche. Schön langsam breitet sich der Lehrlingsmangel aus. "Die Krise hat die Entwicklung verzögert. Aber jetzt machen sich die geburtenschwachen Jahrgänge bemerkbar. Die nächsten Jahre werden noch schlimmer. Die Zahl der Pflichtschulabgänger wird 2014 um 1.200 geringer sein als heute", so Kern. Zudem haben sich durch die schlechte Arbeitsmarktlage in der Krise der Trend zur Schulausbildung verstärkt.

Auch in der Wirtschaftskammer kennt man die Zahlen. "Der Kampf um Lehrlinge wird härter. Kleine Firmen in der Nähe von großen Leitbetrieben tun sich bereits hart", weiß Johannes Huber von der Lehrlingsstelle in der WK Tirol.

Kaum zu glauben, dass angesichts dieser Entwicklungen das AMS heuer die Zahl der außerbetrieblichen Ausbildungsplätze auf 735 erhöht hat. Kern: "Die Anforderungen an Lehrlinge steigen, viele Junge sind nach der Schule noch nicht fit für einen Job. Wir bereiten sie darauf vor und versuchen, sie nach einem Jahr in einem Betrieb unterzubringen."

von Claudia Thurner, Tiroler Krone

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