Jede Menge an Spielmodi - egal ob off- oder online - warten in der neuesten Ausgabe der Eishockey-Simulation darauf, ausprobiert zu werden. Der Multiplayer-Bereich bietet von einer raschen 1:1-Begegnung über Team-Matches, Turnieren bis hin zu EA Sports eigener Hockey-League alles, was das Hockey-Herz begehrt. Im Offline-Bereich sind wie auch in den anderen EA-Sports-Titeln der Be-a-Pro und der Be-a-GM-Part die Hauptattraktionen.
Dabei durchlebt man entweder die Karriere eines Eishockey-Spielers vom Rookie bis zum Superstar oder man schlüpft in die Rolle des General-Managers, der sich um alle Belange des Vereins kümmert. Denjenigen, denen das noch immer nicht genug Auswahl ist, und all jene, die "Wir wollen mehr!" schreien, gehen auch nicht leer aus.
Karten- statt Leiberltausch
Erstmals ist nämlich der Ultimate-Team-Modus im Spiel enthalten. Zentrales Element sind dabei Spielerkarten, aus denen das Team zusammengestellt wird. Je nach Erfolg erhält man Pucks, mit denen neue Kartensets gekauft werden können. Diese enthalten nicht nur neue Spieler, sondern auch nützliche Zusatzfeatures wie Vertragsverlängerungen.
Der Clou ist, dass die Spielerkarten wie ihre realen Gegenstücke gehandelt werden können. Zusätzliche Dynamik bekommt der rege Tauschhandel durch die Tatsache, dass nicht die Stärke der Spieler alleine ausschlaggebend ist. Wer alle Superstars in seinem Team vereint, hat zwar klingende Namen in seiner Aufstellung, aber noch lange nicht die beste Mannschaft. Nur wenn auch die Chemie zwischen den Spielern stimmt, also der viel bemühte Teamgeist vorhanden ist, besteht die Chance, am Ende ganz oben zu stehen.
Bewährungsprobe: Buffalo Sabres gegen Ottawa Senators
Gestählt von unzähligen Spielen mit dem Vorgänger, geht es nun siegessicher mit den Buffalo Sabres aufs Eis. Herhalten sollen die Ottawa Senators, die auch Gegner von Thomas Vanek beim Saisonstart am Freitag sind. Nach einigem Anfangselan, der aber nur dazu führte, dass der Ottawa-Goalie warm geschossen wurde, kommen die Senators immer mehr auf. Im zweiten Drittel folgt dann die kalte Dusche. Ottawa geht durch einen Doppelschlag 2:0 in Führung. Das Heimpublikum jubelt frenetisch und der Tester schüttelt nur ungläubig den Kopf.
Die verbesserte KI des Spiels hat hier ganze Arbeit geleistet. Vor allem am Defensiv-Verhalten wurde von EA Sports ordentlich geschraubt. Die gegnerischen Verteidiger fangen seitliche Hereingaben viel besser ab, auch die Zweikämpfe um den Puck an der Bande haben zugenommen. Dank der guten Steuerung ist es aber mit ein wenig Übung ein Leichtes, sich aus dieser Zwangslage zu befreien oder den Gegner knallhart weg zu checken.
Die Tücken der neuen Spielmechanik
Anfang des letzten Drittels kommt der Puck nach einer flüssigen Kombination zur Nummer 26 der Buffalo Sabres, die einen Verteidiger umkurvt und gekonnt mit einem Wrist-Shot einnetzt. Der Tester und der elektronische Thomas Vanek reißen gleichzeitig die Arme zum Torjubel hoch. Letzten Endes stellt sich jedoch heraus, dass dies der einzige Moment zur Freude war, denn in der Schlussminute besiegeln die Senators die endgültige Niederlage durch einen Treffer ins leere Tor. Thomas Vanek und den Buffalo Sabres ist zu wünschen, dass sie ihren Saisonstart erfolgreicher gestalten können.
Letzten Endes hat die verbesserte Spielmechanik von "NHL 11" zur unerwarteten Niederlage geführt. Ein paar Spiele und etwas Übung später stellen sich die ersten Erfolge aber ein. Die Änderungen bieten jedenfalls ein noch intensiveres und realistischeres Hockey-Erlebnis.
Verliebt bis ins kleinste Detail
Doch nicht nur die KI, sondern auch die Physik-Engine trägt einen wesentlichen Teil zu diesem Urteil bei, werden doch die körperlichen Attribute der Spieler berücksichtigt. Checkt beispielsweise ein Schrank von einem Verteidiger einen kleineren, leichteren Flügelstürmer, so wird dieser im Gegensatz zum kräftigen Mittelstürmer eine besonders harte Landung am Eis hinlegen.
Die Detailverliebtheit der Entwickler zeigt sich aber auch an anderer Stelle. So können die Spieler nun Schläger verlieren. Diese dürfen wieder aufgenommen werden oder man versucht bis zum Wechsel ohne auszukommen. Bei zu großer Belastung geht ein Schläger aber auch schon mal zu Bruch. Ein weiteres Beispiel gefällig? Der Schiedsrichter fährt bei knappen Torentscheidungen schon mal zur Seite und holt sich einen Videobeweis ein.
Fazit: Die Jagd auf den Stanley-Cup ist eröffnet - und zwar nicht nur für Spieler in der National Hockey League. Denn mit "NHL 11" macht die Serie einen weiteren Schritt nach vorne. Am Spielumfang gibt es sowieso nichts zu meckern und auch die Präsentation befindet sich bis auf kleinere Retuschen auf dem hohen Niveau des Vorgängers. Last but not least wurde auch die Spielmechanik verbessert, sodass nicht nur Neulinge vor einer neuen Herausforderung stehen.
Plattform: PS3 (getestet), Xbox 360
Publisher: EA Sports
krone.at- Wertung: 9/10
von Harald Kaplan










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