Wien-Wahl 2010

Faber distanziert sich von FP-Show vor Stephansdom

Wien
08.10.2010 14:20
Dompfarrer Toni Faber distanziert sich von der FP-Show zum Wahlkampf-Abschluss direkt vor einem blau beleuchteten Stephansdom. "Ich war überrascht, dass es so genutzt wurde", sagte er am Freitag, damit sei er "absolut nicht einverstanden" gewesen. Dass FP-Chef Heinz-Christian Strache vor 1.500 Anhängern vor dem Hintergrund des Domes gesprochen habe, beruhe auf einem Missverständnis. Um den Schall vom Dom abzuhalten, sei die Bühne so gedreht worden, dass der Steffl den Hintergrund der Inszenierung bildete, um die Heilige Messe nicht zu stören.

Faber zeigte sich nicht glücklich über die FP-Abschlusskundgebung, sogar das Läuten der Pummerin habe man dabei vom Tonband eingespielt. "Ich habe Heinz-Christian Strache gebeten, den Dom uns zu überlassen", so der Geistliche, der keine Unterstützung bei der "Rettung" des Gotteshauses aus dieser Richtung will. "Ich hoffe, dass am Sonntag die Zeit der konzentrierten Unintelligenz vorbei ist." Während der Veranstaltung wollte der Dompfarrer nicht eingreifen: "Ich habe dem Versuch widerstanden, Don Camillo und Peppone zu spielen."

Trotz der für die Kirche unglücklichen Inszenierung gibt Faber der FP nicht allein die Schuld. Landesparteisekretär Hans-Jörg Jenewein müsse man zugutehalten, dass er bereits lange vor der Abschlusskundgebung seiner Partei telefonisch gefragt habe, ob eine solche Veranstaltung störe. Eigentlich hatte Faber gedacht, man würde dann eine andere Lösung finden. Und genehmigt wurde die Veranstaltung in der von Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel (VP) erklärten "Respektzone" ohnehin ohne das Zutun der Pfarre.

FP gegen "Einmischung" Fabers
Nach der Kritik von Faber wehrte sich Landesparteisekretär Hans-Jörg Jenewein am Freitag gegen eine "Einmischung" des Geistlichen. Der Stephansdom sei nicht Eigentum Fabers. Ein Gespräch sei angebracht. "Herr Dompfarrer Toni Faber möge sich doch bitte mehr um seine Schäfchen kümmern, da hat er wahrlich genug zu tun", so Jenewein erbost. Sachverhalte seien verdreht worden, Faber habe den Stephansdom "quasi zu seinem Eigentum erklärt". Als völlig inakzeptabel sieht Jenewein auch die Aussage Fabers, dass dieser von freiheitlicher Seite keine Unterstützung haben möchte. "Wollen sie die Wiener FPÖ-Wähler von der römisch-katholischen Kirche ausschließen? Stellen Sie das umgehend klar", so Jenewein, der laut eigener Aussage noch nie mit Faber gesprochen hat.

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