30.09.2020 19:00 |

Knapp vor Wien-Wahl:

Neue Chats zwischen Blümel und Ex-Novomatic-Chef

Knapp vor der Wahl in Wien tauchen Belege für Handy-Verkehr zwischen ÖVP-Spitzenkandidat Gernot Blümel und Ex-Novomatic-CEO Harald Neumann auf. Es ging um die Lage bei den Casinos. Die Kanzlerpartei lässt dies kalt, man sieht dahinter reines Wahlkampfgetöse.

Der Wien-Wahlkampf hat auch seine Ausläufer im Ibiza-U-Ausschuss (Postenschacher sowie versuchter Gesetzeskauf werden vermutet im Kontext von Novomatic, ehemals beteiligt an den teilstaatlichen Casinos Austria). Nun tauchen Chatverläufe auf, die Kontakte zwischen dem heutigen Finanzminister und ÖVP-Wien-Kandidat Gernot Blümel mit Ex-Novomatic-CEO Harald Neumann aus 2018/19 belegen (es ging um die Lage der Casinos, man ist per Du).

Novomatic-Gründer wollten Termin bei Kurz
Diverse Medien verfügen über diese Chats, die am Mittwoch im Ausschuss von SPÖ-Fraktionsführer Kai Jan Krainer zitiert wurden und die zeigen, dass Novomatic-Gründer Graf und Neumann via Blümel einen Termin mit Bundeskanzler Sebastian Kurz organisieren wollten - zu einem Treffen sei es laut Kurz’ Aussage im Ausschuss nicht gekommen.

Blümel, der sich zu diesen Chats nicht äußern will (für die ÖVP ist es reines Wahlkampfgetöse), und Neumann kommunizierten mehrmals über gemeinsame Termine, auch nach Erscheinen des Ibiza-Videos - man vereinbarte u. a. ein Fischessen im Novomatic-Forum. Neumann: Da hört uns wenigstens niemand zu! Blümel: 13 Uhr im Forum. Freu mich!

Drohungen und verlockende Angebote im Ibiza-U-Ausschuss
Im Ibiza-U-Ausschuss sprach am Mittwoch auch Peter Barthold, Ex-Rapid-Goalie und später Partner von Novomatic, von Drohungen und Geldangeboten, damit er nicht die Wahrheit sage. Er habe dafür Belege. Novomatic dementierte am Mittwoch noch, U-Ausschuss-Vorsitzender Wolfgang Sobotka kündigte aber eine Anzeige wegen „strafrechtlich höchst relevanter“ Vorgänge an.

Mock-Institut erhielt von Novomatic 109.000 Euro
Danach war noch Novomatic-Aufsichtsrat Bernd Oswald am Wort. Die Befragung brachte auch ein paar neue Erkenntnisse über die Zahlungen des Glücksspielkonzerns an das Alois-Mock-Institut. So wurde der Auskunftsperson eine Aufstellung vorgehalten, die Abrechnungen von rund 109.000 Euro für Veranstaltungen beinhaltete. 

Erich Vogl, Kronen Zeitung/krone.at

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