28.09.2020 12:24 |

Diskussion

Rudolf Likar spricht sich gegen Sterbehilfe aus

In der aktuellen Diskussion um aktive Sterbehilfe meldet sich auch der Präsident der Palliativgesellschaft und Vorstand der Abteilung für Intensivmedizin am Klinikum Klagenfurt, Primar Rudolf Likar, zu Wort. Er spricht sich gegen eine Liberalisierung des Status Quo aus und scheut auch den Begriff der Euthanasie nicht.

„Die Regelung im Ärztegesetz ist relevant, die uns zur Beistandspflicht und zur Wahrung der Würde von Sterbenden verpflichtet“, unterstreicht der Mediziner.

Fehlinformationen über schwere Krankheiten
Den verschiedenen in der Palliativmedizin tätigen Berufsgruppen stünde eine breite Palette von Möglichkeiten zur Verfügung, um schwer kranke Menschen zu unterstützen und deren Leiden zu lindern, meint Likar. Es sei zu bedauern, dass im Zusammenhang mit der Debatte das Bild vermittelt werde, dass ein würdiges und autonomes Lebensende nur auf dem Weg des assistierten Suizids oder der Euthanasie möglich sei. Likar: „Solche Fehlinformationen polarisieren in unnötiger Weise. In unserer täglichen Praxis erfahren wir, dass Menschen trotz schwerer Erkrankungen sehr gerne leben - und dass viele Vorstellungen schlichtweg nicht zutreffen, die gesunde Menschen von schweren Erkrankungen haben.“

Effektive Schmerzbekämpfung
Unter anderem werde als Argument für die Notwendigkeit des assistierten Suizids oder der Euthanasie die Furcht vor unkontrollierbaren Schmerzen ins Treffen geführt. Prof. Likar: „Tatsächlich aber stehen uns zahlreiche medikamentöse und nicht medikamentöse Möglichkeiten einer sehr effektiven Schmerzbekämpfung oder Linderung anderer belastender Symptome wie Atemnot, Angstzustände oder Unruhe zur Verfügung - bis hin zur palliativen Sedierungstherapie.“

Fritz Kimeswenger
Fritz Kimeswenger
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