21.09.2020 06:20 |

„Pand-Emmy“-Verleihung

Corona: Aniston muss desinfiziertes Kuvert löschen

Ohne roten Teppich vor der Show und vor leeren Sitzreihen wurden in der Nacht auf Montag in Los Angeles die Film- und Fernsehpreise Emmys verliehen. Nur ganz wenige Stars, unter ihnen Jennifer Aniston, kamen ins Staples Center, um Moderator Jimmy Kimmel Gesellschaft zu leisten.

Die Preise wurden den Gewinnern zu Hause oder in Veranstaltungsräumen mit Sicherheitsabstand von Überbringern in Smoking-Schutzanzügen übergeben. Der eine oder andere Gag sorgte aber doch für Lacher.

Kuvert angezündet
So ließ es sich Moderator Jimmy Kimmel nicht nehmen, ein großes Bahöl um die Desinfektion der Umschläge mit den Namen der Preisträger zu machen. Obwohl seine Assistentin Jennifer Aniston es übertrieben fand, zog er sich Gummihandschuhe über, bevor er das Kuvert der besten Hauptdarstellerin in einer Comedy-Serie einem Glaskasten entnahm.

Wer weiß, „wo die die Griffel hatten“
Dann besprühte er das Kuvert mit Desinfektionsmittel, warf es in einen Kübel und zündete es an.

Man wisse nie, „wo die Prüfer ihre Griffel hatten“, meinte er. „Man muss jetzt fünf Sekunden warten“, erklärte er, bevor er Aniston erlaubte, das Feuer zu löschen. Aniston fuhr nach ihrem Auftritt übrigens nach Hause, wo sie wenig später im Bademantel eingespielt wurde. Ihr ehemaligen „Friends"-Kollegen Courteney Cox und Lisa Kudrow waren bei ihr. 

„Schitt‘s Creek“ beste Comedy-Serie
Den Preis gewonnen hat „Schitt‘s Creek“-Hauptdarstellerin Catherine O‘Hara. Auch ihr Serienkollege Eugene Levy wurde ausgezeichnet. Die kanadische Produktion gewann zudem den Emmy für die beste Serie in der Komödiensparte. „Schitt‘s Creek“ setzte sich gegen sieben andere Serien durch, darunter „Curb Your Enthusiasm,“ „Dead to Me,“ „The Good Place“ und „The Kominsky Method“.

Die schräge Serie dreht sich um eine vormals reiche Familie, die ihr Vermögen verloren hat und in einem heruntergekommenen Motel lebt.

„Watchmen“ räumt ab
Bei den Emmys für Fernsehfilme und Miniserien war „Watchmen“ mit insgesamt elf Preisen der große Abräumer. In ihren Reden am Sonntag erinnerten die Macher hier an ein dunkles Kapitel der US-Geschichte, das der Serie zugrunde liegt: Beim Massaker von Tulsa waren laut mancher Schätzungen im Jahr 1921 bis zu 300 Schwarze umgebracht worden. „Dieses Land vernachlässigt seine eigene Geschichte oft zum eigenen Nachteil“, sagten die Drehbuchautoren Damon Lindelof und Cord Jefferson.

Das Familienepos „Succession" gewann den Emmy als beste Dramaserie. Er wolle einigen „Nichtdank" aussprechen, sagte Produzent und Drehbuchautor Jesse Armstrong bei der Bekanntgabe des Preises für die beste Dramaserie. Ein „Nichtdank“ gehe an das Virus und an Donald Trump und Boris Johnson für deren „lausige und unkoordinierte Antwort“ darauf, sagte er. Ein „Nichtdank“ gehe auch an alle Nationalisten auf der Welt und „an alle Medienmogule, die sie an der Macht halten“, erklärte der Brite.

Deutsche Regisseurin triumphiert
Bei den Preisen für die Miniserien gab es aus deutscher Sicht den überraschendsten Moment des Abends: Die Hannoveranerin Maria Schrader bekam die Auszeichnung als beste Regisseurin für die vierteilige Serie „Unorthodox“ beim Streaminganbieter Netflix.

Sie erzählt darin die Geschichte der ultraorthodoxen Jüdin Esther, die vor ihrem Ehemann aus New York nach Berlin flüchtet. „Ich bin sprachlos“, sagte die auch als Schauspielerin bekannte 54-Jährige in der Live-Schaltung, umgeben von einigen Mitgliedern des Teams.

„Pand-Emmys“
Die Preisverleihung war in diesem Jahr völlig von der Corona-Pandemie geprägt, die Hollywood quasi lahmgelegt hat. Produktionen kamen zum Stillstand, Filmpremieren wurden abgesagt.

Moderator Jimmy Kimmel begrüßte die Zuschauer zu Beginn in einem Wortspiel zu den „Pand-Emmys“. Die Preisträger und Nominierten waren nicht anwesend, sondern wurden per Videoleitung zugeschaltet.

Pamela Fidler-Stolz
Pamela Fidler-Stolz
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